Welterbe - Kultur- und Naturstätten in Deutschland

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Welterbe – Kultur- und Naturstätten in Deutschland

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Welterbe – Kultur- und Naturstätten in Deutschland

Überall in der Welt sind einzigartige Kulturschöpfungen und Naturlandschaften in ihrem Fortbestand bedroht, weil sie vergessen und vernachlässigt werden, weil die Mittel zu ihrem Unterhalt fehlen oder weil konkurrierende wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen rücksichtslos über sie hinweggehen. Um diesen Gefahren zu begegnen, beschloss die UNESCO 1972 eine Internationale Konvention für das Kultur- und Naturerbe der Menschheit, der seitdem 191 Staaten beigetreten sind.

Die Konvention sieht es als Aufgabe jedes Staates an, seine großen Kulturschätze und Naturdenkmäler selbst zu schützen und für künftige Generationen zu bewahren; sie nimmt darüber hinaus aber auch die gesamte Staatengemeinschaft für diese Aufgabe in die Pflicht. Dies wird durch die Aufnahme herausragender Kultur- und Naturdenkmäler in die Liste des Welterbes unterstrichen. Aufnahmekriterien sind u.a. die überragende universelle Bedeutung, die Einzigartigkeit und historische Echtheit einer Kulturstätte oder der unangetastete Naturzustand einer Landschaft. Es muss außerdem ein überzeugender Schutz- und Erhaltungsplan vorliegen. Über die Aufnahme in die UNESCO-Liste entscheidet das aus Vertretern von 21 Ländern bestehende, jährlich einmal tagende Welterbe-Komitee.

Mittlerweile (2015) umfasst die Liste 1031 Stätten des Kultur- und Naturerbes in 163 Ländern der Erde. Deutschland ist in dieser Liste mit 40 Kultur- und Naturstätten vertreten, darunter die Grube Messel mit ihren Fossilienfunden, die römischen Baudenkmäler in Trier, die Dome zu Aachen, Köln, Speyer und Hildesheim, die Altstadt von Lübeck, Wismar, Stralsund, Goslar, Quedlinburg, Bamberg und Regensburg, die Wartburg und die Wieskirche, das klassische Weimar und die Berliner Museumsinsel, das „Gartenreich“ Dessau-Wörlitz und die Zeche Zollverein in Essen. Der dem Dresdner Elbtal verliehene Welterbe-Status ging 2009 wegen eines umstrittenen Brückenbaus wieder verloren. 2015 wurden die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus als Symbole des rasanten weltweiten Handelswachstums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert neu in die Liste aufgenommen.

In der Liste des Weltkulturerbes sind die Staaten Europas besonders stark vertreten. Daraus ergibt sich ein gewisses Übergewicht der europäischen, vor allem der christlich-mittelalterlichen Kultur. Die UNESCO hat sich daher vorgenommen, die bedeutenden Naturstätten stärker zu berücksichtigen und den Entwicklungsländern besseren Zugang zur Liste zu verschaffen. Um der gezielten kriegerischen Zerstörung von Welterbestätten zu begegnen, fordert das UNESCO-Komitee verstärkte internationale Schutzmaßnahmen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2015
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