Stein auf Stein: Entwicklung des Bausparens

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Stein auf Stein: Entwicklung des Bausparens

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Stein auf Stein: Entwicklung des Bausparens

Zur Finanzierung des Traums von den eigenen vier Wänden spielt das Bausparen in Deutschland eine bedeutende Rolle. Bausparen ist eine Form kollektiven Zwecksparens, bei dem die Sparer über einen längeren Zeitraum einen Teil – üblicherweise 40 bis 50 % – der vereinbarten Bausparsumme ansammeln und damit zugleich die Anwartschaft auf Zuteilung eines zinsgünstigen Darlehens in Höhe der restlichen Vertragssumme erwerben. Dieses Darlehen wird dann wieder aus dem Topf der eingegangenen Spar- und Tilgungsbeiträge, der so genannten Zuteilungsmasse, finanziert. Die Bedingungen, unter denen das Bauspardarlehen gewährt wird, stehen schon bei Vertragsabschluss fest. Damit bildet das Bausparen einen verlässlichen Grundstock für den Bau oder Kauf eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung bzw. für Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Auch als bloße Form der Geldanlage – unter Verzicht auf Zuteilung eines Bauspardarlehens – wird es zurzeit häufig genutzt. So erklärt sich, dass die Anzahl bestehender Bausparverträge seit ihrem Höchststand von mehr als 33 Mio (1998) nur leicht abnimmt, während der Neubau von Wohnraum seit Mitte der neunziger Jahre dramatisch zurückgegangen ist. Das Bausparen erfüllt eine wichtige Funktion für die Eigentumsbildung der unteren und mittleren Einkommensschichten und wird deshalb durch die staatliche Wohnungsbauprämie, die Arbeitnehmersparzulage und im Rahmen des Altersvorsorgesparens („Wohn-Riester“) gefördert.

Aufgrund seines geschlossenen Spar- und Finanzierungskreislaufs und der daraus resultierenden Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt hat das Bausparen die wechselvolle Entwicklung an den Finanzmärkten weitgehend unbeschadet überstanden. Die Gesamtsumme der auf den Bausparkonten hinterlegten Spareinlagen steigt seit Beginn des Bausparens in der Bundesrepublik Deutschland sogar kontinuierlich an, weil zunehmend höhere Sparziele vereinbart werden. Damit das Bausparen funktionsfähig bleibt, müssen stets genügend neue Sparer nachrücken. Bundesweit verzeichneten die Bausparkassen 2010 rund 3,1 Mio Vertragsabschlüsse über eine Bausparsumme von mehr als 93 Mrd €. Im gleichen Jahr wurden jedoch auch 1,7 Mio Verträge wieder gekündigt, noch ehe sie zuteilungsreif waren.

Ende 2010 verwalteten die 13 privaten und 10 öffentlichen Bausparkassen in Deutschland einen Bestand von 30 Millionen Verträgen über eine Bausparsumme von insgesamt knapp 781 Mrd €. Im Lauf des Jahres waren den Kassen 40,2 Mrd € zugeflossen, davon Spareinlagen in Höhe von 27,8 Mrd €, Zins- und Tilgungszahlungen auf gewährte Darlehen in Höhe von 11,8 Mrd € und Wohnungsbauprämien von 0,5 Mrd €. Dem standen Auszahlungen in Höhe von 30,2 Mrd € gegenüber.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 10/2011
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