NAFTA - Nordamerikanisches Freihandelsabkommen

NAFTA - Nordamerikanisches Freihandelsabkommen
20 Credits

Für Sie als Mitglied entspricht dies 2,00 Euro.

Infografik Nr. 857210

Nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA stehen Fragezeichen über der Zukunft des Freihandels und der globalen Wirtschaftsbeziehungen überhaupt. Schon kurz nach seinem Amtsantrit ...

Wählen Sie Ihr gewünschtes Produktformat aus.

Nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA stehen Fragezeichen über der Zukunft des... mehr
Mehr Details zu "NAFTA - Nordamerikanisches Freihandelsabkommen"

Nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA stehen Fragezeichen über der Zukunft des Freihandels und der globalen Wirtschaftsbeziehungen überhaupt. Schon kurz nach seinem Amtsantritt verfügte Trump den Ausstieg der USA aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen mit elf weiteren Pazifik-Anrainerstaaten. Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (North American Free Trade Agreement – NAFTA) machte er verantwortlich für Arbeitsplatzverluste in den USA; er kündigte an, darauf mit Neuverhandlungen oder dem Austritt aus dem Abkommen zu reagieren.

Das NAFTA-Abkommen trat Anfang 1994 in Kraft. Vorausgegangen war ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und Kanada. NAFTA bezog Mexiko als dritten Partner mit ein und schuf damit eine Freihandelszone mit nahezu 490 Mio Menschen (2016) – ähnlich groß wie die EU – und einer Wirtschaftskraft, die 2015 mit 20,7 Billionen US-$ mehr als ein Viertel (28 %) der gesamten Weltwirtschaftsleistung ausmachte. Das Abkommen schaffte – mit einigen Ausnahmen – Zölle und Handelsbeschränkungen ab, bereitete den Boden für grenzüberschreitende Investitionen, erleichterte den Austausch von Dienstleistungen und enthielt Regelungen zum Schutz des geistigen Eigentums sowie zum Arbeits- und Umweltrecht. Freizügigkeit für Arbeitskräfte sah es allerdings nicht vor. Die Besonderheit des Abkommens lag darin, dass es zwei hochentwickelte Industrieländer mit einem Schwellenland verband, dessen Lohnniveau weit niedriger lag als das der beiden Partnerländer.

Das NAFTA-Abkommen, darin ist sich die Mehrheit der Ökonomen einig, hatte im Ganzen positive Auswirkungen auf die Wirtschaft der beteiligten Staaten. Es zog vor allem eine starke Ausweitung des Handelsverkehrs zwischen den beteiligten Staaten nach sich, wobei die USA als Import- und Exportland im Zentrum stehen, während der Austausch zwischen Kanada und Mexiko nach wie vor nur marginale Bedeutung hat. Der Bestand an US-Direktinvestitionen in Mexiko stieg zwischen 1993 und 2016 von 15 auf mehr als 100 Mrd US-$. Umstritten sind die Arbeitsplatzeffekte des Abkommens: Während unter dem Strich wohl alle drei Länder ihren Gewinn aus ihm zogen, waren einige traditionelle Industrieregionen und Industriezweige der USA besonders von Produktionsverlagerungen nach Mexiko betroffen. Allerdings lassen sich diese Folgen kaum von den allgemeinen Auswirkungen der internationalen Arbeitsteilung trennen. Auf der Plus-Seite ist zu verbuchen, dass die betreffenden Branchen (vor allem die Autoindustrie) auf Grund der geringeren Lohnkosten wettbewerbsfähiger blieben und die Verbraucher von niedrigeren Preisen profitierten.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 02/2017
Zuletzt angesehen