Bruttomonatsverdienste von Männern und Frauen

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Bruttoverdienste von Männern und Frauen

Berufstätige Frauen verdienen in Deutschland deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Nach den Zahlen der Verdiensterhebung des Statistisc ...

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Bruttoverdienste von Männern und Frauen

Berufstätige Frauen verdienen in Deutschland deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Nach den Zahlen der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamts für das 2. Quartal 2014 kamen die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich der Bundesrepublik auf einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 21,25 €. Männer bezogen im Durchschnitt 22,37 €; Frauen blieben mit 18,69 € um fast ein Sechstel darunter. Diese Beträge verstehen sich ohne Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld, Bonus usw.

Die Durchschnittsverdienste liefern allerdings nur ein grobes Bild der Lohnverhältnisse, unter denen die Beschäftigten in Deutschland arbeiten. Je nach Wirtschaftszweig, Status oder Leistungsgruppe können die Bruttolöhne und -gehälter für beide Geschlechter deutlich von den genannten Mittelwerten abweichen. Auch im Ost-West-Vergleich sind die Verdienstunterschiede nach wie vor beträchtlich. Es lohnt sich also, genauer hinzusehen.

Nimmt man die einzelnen Branchen, auf die sich die Verdiensterhebung erstreckt, so schwanken die Durchschnittsverdienste der Vollzeitbeschäftigten – Männer und Frauen zusammengenommen – zwischen 44,56 € bei der Gewinnung von Erdöl und Erdgas und 11,78 € in Restaurants, Cafés usw. Niedrig ist das Lohnniveau auch in Zeitarbeitsunternehmen, in bestimmten Sparten des Ernährungsgewerbes, im Textilgewerbe oder im Einzelhandel, weit überdurchschnittlich dagegen in Branchen wie der Chemischen Industrie, der Automobilindustrie, der Mineralölverarbeitung, der Luft- und Raumfahrtindustrie, aber auch im Bereich der Finanzdienstleistungen, wo der Grundverdienst durch Bonuszahlungen oft noch beträchtlich aufgestockt wird.

Wie hoch das Verdienstniveau indessen auch sein mag: von Ausnahmen abgesehen haben die weiblichen Beschäftigten am Monatsende stets weniger auf dem Lohnkonto als ihre männlichen Kollegen. Männer besetzen häufiger Posten, die eine höhere Qualifikation erfordern oder mit Führungsfunktionen ausgestattet und daher besser dotiert sind, während Frauen eher mit den einfacheren Büro- und Fertigungstätigkeiten vorliebnehmen müssen. Hätten Frauen die gleichen Tätigkeiten wie die Männer, würde sich der Verdienstabstand deutlich reduzieren. Als weitere Ursachen der Lohndifferenzen kommen die Dauer der Betriebszugehörigkeit, der Familienstand oder die Unternehmensgröße in Frage. Aber auch wenn sie ausgeschaltet würden, bliebe vermutlich noch immer ein Rest-Unterschied zu Ungunsten der Frauen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2015
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