Mineralölverbrauch

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Infografik Nr. 342141

Öl wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum wichtigsten Energierohstoff in Deutschland. Aber seit den Ölpreisschocks änderte sich das, und auch die Verbrauchsstrukturen sind heute andere als damals.

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Die Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland stützte sich in den ersten Nachkriegsjahrzehnten weitgehend auf die heimische Kohle. Aber schon in den 1950er und 1960er Jahren wurde sie mehr und mehr vom Öl abhängig. Mit Zuwachsraten, die den steilen Anstieg des gesamten Energieverbrauchs noch weit übertrafen, entwickelte sich das Öl zum wichtigsten Energierohstoff. Es verdrängte die Kohle aus vielen traditionellen Anwendungsbereichen in Industrie, Elektrizitätswirtschaft und Haushalten und war im rasch wachsenden Kfz-Verkehr ohnehin durch nichts zu ersetzen.

Die Ölpreisschocks der 1970er Jahre stoppten diesen Trend. Auf Grund der drastisch gestiegenen Ölpreise bildeten sich bald neue Energieverbrauchsstrukturen heraus. Zwar stieg der Ölverbrauch in Deutschland 1979 noch einmal auf einen Rekordwert, doch war die Wende bereits eingeleitet. Die strukturellen Veränderungen (Verbrauchseinsparungen, Umstellung auf andere Energieträger, höherwertige Nutzung des Rohstoffs Öl) wirkten so durchgreifend, dass der Verbrauch kaum zunahm, als die Ölpreise 1986 wieder sanken. Zu neuen dauerhaften Verbrauchsrückgängen führte der langjährige Anstieg der Rohölimportpreise ab 1999.

In der Corona-Pandemie sank der Mineralölverbrauch in Deutschland 2020 erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder auf unter 100 Mio Tonnen. Die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen lähmten die Industrietätigkeit und ließen den treibstoffintensiven Flugverkehr einbrechen. Auch 2021 blieb der Absatz von Mineralölprodukten mit 98,1 Mio Tonnen auf niedrigem Niveau. Der spezifische Ölverbrauch (der Verbrauch je Einheit des Bruttoinlandsprodukts) war damit 2021 um rund zwei Drittel niedriger als 1970. Im Vergleich zur Verbrauchsstruktur von 1970 wird deutlich, welche Veränderungen sich auf dem Ölmarkt seither vollzogen haben. Wurde das Öl damals in erster Linie als Heizenergie eingesetzt, so liegt der Schwerpunkt heute auf dem Kraftstoffverbrauch. Leichtes Heizöl machte 2021 nur etwa 11 % des gesamten Mineralölverbrauchs aus; 1970 waren es 35 %. Weitgehend an Bedeutung verloren hat zudem die Verwendung von schwerem Heizöl in Kraftwerken und Industriefeuerungen; sein Anteil schrumpfte von 25 % (1970) auf nur noch 1 % (2021). Mit zunehmender Motorisierung kletterte dagegen der Anteil des Kraftstoffverbrauchs von 24 % (1970) auf 53 % (2021). Dabei wurde seit 2000 mehr Dieselkraftstoff als Motorenbenzin abgesetzt. Der Anteil von Flugturbinenkraftstoff hatte 2019, vor der Pandemie, noch bei 9 % gelegen, 2021 sank er auf 6 %.

Ausgabe: 07/2022
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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