Handwerk in Deutschland

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Infografik Nr. 347255

Das deutsche Handwerk umfasst rund 150 Gewerbe, deren Schwergewicht auf der lokalen, kundennahen Produktion liegt. Dazu gehören derzeit 41 zulassungspflichtige Gewerbe (laut Anlage A der Han ...

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Das deutsche Handwerk umfasst rund 150 Gewerbe, deren Schwergewicht auf der lokalen, kundennahen Produktion liegt. Dazu gehören derzeit 41 zulassungspflichtige Gewerbe (laut Anlage A der Handwerksordnung), deren Betrieb in der Regel einen Meisterbrief voraussetzt, und 53 zulassungsfreie Gewerbe (laut Anlage B1), für die der Meisterbrief nicht mehr zwingend verlangt wird. Hinzu kommen die einfacheren handwerksähnlichen Gewerbe (laut Anlage B2), die zum Teil aus der Spezialisierung auf einzelne Tätigkeiten eines Handwerks hervorgegangen sind (z.B. Änderungsschneider, Bodenleger).

Wirtschaftlich bewegt sich das Handwerk auf solidem Boden. Nach einer langen, durch die schwache Binnenkonjunktur bedingten Durststrecke bis in die Mitte der 2000er Jahre liegt dieser mittelständische Wirtschaftsbereich auf einem Wachstumskurs, der nur durch die globale Wirtschaftskrise 2009 kurzzeitig unterbrochen wurde. Derzeit profitieren alle Handwerksbereiche, vor allem das Bau- und Ausbaugewerbe, von der durch steigende Beschäftigung und niedrige Zinsen kräftig belebten Binnennachfrage.

Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) waren 2016 rund 999000 Betriebe bei den Handwerkskammern eingetragen, davon 58 % als zulassungspflichtige Gewerbe. Das Handwerk stellte damit mehr als ein Viertel aller gewerblichen Betriebe in Deutschland. Nach der deutschen Einigung hatte der Bestand an Handwerksbetrieben zunächst nur verhalten zugenommen. Dann löste die Handwerksreform 2004 eine Gründungswelle aus, mit der die Zahl der Betriebe – vor allem in Gewerben ohne Meisterzwang – kräftig anstieg. Die Beschäftigung im Handwerk befand sich allerdings lange im Rückwärtsgang. Mitte der 1990er Jahre gaben die handwerklichen Betriebe 6,6 Mio Menschen Arbeit. Innerhalb eines Jahrzehnts gingen davon mehr als 1,5 Mio Arbeitsplätze verloren, wobei sich die Abwärtsentwicklung auf das Kernhandwerk konzentrierte. Erst in jüngster Zeit stieg die Zahl der Beschäftigten wieder und lag 2016 bei 5,5 Mio. Damit stellte das Handwerk jeden achten Arbeitsplatz in Deutschland. Noch viel größer ist die Bedeutung des Handwerks für die Ausbildung: Mehr als jeder vierte Azubi lernt in einem Handwerksberuf.

Wie die Beschäftigung zeigte auch die Umsatzentwicklung im Handwerk jahrelang nach unten. Nach anhaltenden Umsatzverlusten trat jedoch 2006 ein Umschwung ein. 2016 lag der Umsatz des gesamten Handwerks bei geschätzten 561 Mrd €. Diese Zahl beruht auf einer Fortschreibung der Handwerkszählung 2008; wegen veränderter Datengrundlage ist sie nicht direkt mit früheren Angaben vergleichbar.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Ausgabe: 07/2017
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