Ein Plus an Produktivität

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Infografik Nr. 349110

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Die Entwicklung der Produktivität eines Wirtschaftszweiges ist ein Maßstab dafür, wie sich seine Leistungsfähigkeit im Zeitablauf verändert. Die Produktivität wird ermittelt, indem man die Bruttowertschöpfung eines Jahres (die Produktionsleistung) zu den eingesetzten Produktionsfaktoren in Beziehung setzt, das heißt insbesondere zu den Faktoren Arbeit und Kapital. Die Arbeitsproduktivität steht für das Verhältnis zwischen dem Produktionsergebnis und den geleisteten Arbeitsstunden.

Ein Anstieg der Arbeitsproduktivität kann auf verschiedenen Ursachen beruhen: • auf einer stärkeren Anstrengung der physischen Arbeitskraft mit der Folge, dass pro Arbeitsstunde mehr produziert wird, • auf besserer Qualifikation der Arbeitskräfte, die es ermöglicht, in gleicher Zeit höherwertige Produkte herzustellen, • auf einem erhöhten Kapitaleinsatz in Form moderner Produktionsanlagen, der das Produktionsergebnis auch bei gleichbleibender oder geringerer Arbeitsleistung wachsen lässt, oder • auf Produktinnovationen, die eine reale Steigerung des Produktionswertes zur Folge haben. Die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie beeinflusst sogar alle genannten Wirkungszusammenhänge – vom Kapitaleinsatz über die Qualifikation der Arbeit bis zur Entstehung neuer Produkte – und erweist sich damit als grundlegend wichtige Triebkraft des Produktivitätswachstums.

Die Arbeitsproduktivität steht darüber hinaus auch in einem engen Zusammenhang mit der Konjunktur und mit der Regelung des Arbeitsmarktes. In einem Abschwung sinkt bei zunächst noch hohem Beschäftigungsstand die Produktion und damit auch die Produktivität; im Aufschwung ist es umgekehrt. Arbeitsmarktpolitische Reformen, die möglichst viele – auch niedrig qualifizierte – Menschen in Arbeit bringen wollen, bremsen den Anstieg der Produktivität. Stehen Branchen aber unter hohem Wettbewerbsdruck, werden sie besondere Anstrengungen unternehmen, ihre Arbeitsproduktivität zu steigern.

Die Beschäftigten der deutschen Volkswirtschaft produzierten im Jahr 2016 je Arbeitsstunde etwa zwei Fünftel (42 %) mehr als 1991. Dabei ging das Verarbeitende Gewerbe mit einem Produktivitätszuwachs von 87 % weit voran. In den Dienstleistungsbereichen wurden dagegen geringere Fortschritte erzielt. Während Handel, Verkehr und Gastgewerbe ihre Stundenproduktivität um 54 % steigerten, blieben die übrigen Dienstleistungssparten, in denen die Beschäftigung seit Anfang der 1990er Jahre deutlich ausgeweitet wurde, dahinter zurück. Ein Sonderfall ist das Baugewerbe: Dort blieb die Produktionsleistung je Arbeitsstunde über den gesamten Zeitraum von 1991 bis 2016 nahezu unverändert.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2017
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