Kohlekraftwerke

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Infografik Nr. 370417

Kohle ist nach wie vor der wichtigste Energieträger für die Elektrizitätsversorgung der Bundesrepublik. Zur Bruttostromerzeugung des Jahres 2018 (rund 650 Milliarden Kilowattstunden) trug die Steinkohle fast 13 % und die Braunkohle gut 22 % bei. Wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf Umwelt und Klima und durch die wachsende Konkurrenz der erneuerbaren Energien gerät die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen aber zunehmend unter Druck.

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Die Stromerzeugung in Deutschland fußte traditionell auf den inländischen Vorkommen an Steinkohle und Braunkohle. Seit den Anfängen der Elektrifizierung, die erst durch Wärmekraftwerke auf Kohlebasis in großem Maßstab ermöglicht wurde, waren die Bergbaureviere an der Ruhr und im Saargebiet bevorzugte Standorte für Steinkohlekraftwerke. Steinkohle kann aber über weite Strecken transportiert werden, so dass auch in anderen Industriezentren und Ballungsgebieten, und damit in der Nähe der Strom- und Wärmeverbraucher, Kraftwerke für diesen Energieträger entstanden. Da die heimische Steinkohle seit den 1990er Jahren Zug um Zug durch Kohleimporte aus Übersee ersetzt wurde, boten sich darüber hinaus auch küstennahe Standorte für die Stromerzeugung aus Steinkohle an. Im Unterschied dazu wurden Braunkohlekraftwerke, oft in mehreren „Blöcken“ zu großen Anlagen zusammengefasst, meist in unmittelbarer Nähe der im Tagebau betriebenen Kohleförderung errichtet, da die Braunkohle nur eingeschränkt transportfähig ist. Daraus erklärt sich die heutige regionale Verteilung der Kohlekraftwerke mit Schwerpunkten im Rheinland, im Ruhrgebiet, in der Lausitz und im mitteldeutschen Braunkohlerevier.

Kohle ist nach wie vor der wichtigste Energieträger für die Elektrizitätsversorgung der Bundesrepublik. Zur Bruttostromerzeugung des Jahres 2018 (rund 650 Milliarden Kilowattstunden) trug die Steinkohle fast 13 % und die Braunkohle gut 22 % bei. Wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf Umwelt und Klima und durch die wachsende Konkurrenz der erneuerbaren Energien gerät die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen aber zunehmend unter Druck. Die Förderung der Braunkohle im Tagebau ist mit weitreichenden Eingriffen in Natur, Landschaft und Wasserhaushalt verbunden. Auf Braunkohle und Steinkohle zusammen entfallen allein rund 80 % der bei der Stromerzeugung entstehenden Kohlendioxid-Emissionen.

Als Beitrag zum nationalen Klimaschutzziel – Verringerung des CO2-Ausstoßes bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 – verfügt das Energiewirtschaftsgesetz die Stilllegung von acht Braunkohlekraftwerken bis 2019. Die Kraftwerke werden anschließend für jeweils vier Jahre in Reserve gehalten und dann endgültig abgeschaltet. Als erstes beendete 2016 das Kraftwerk Buschhaus im niedersächsischen Helmstedt den regulären Betrieb, bis Ende 2018 folgten fünf weitere, davon vier im Rheinland und eins in Brandenburg. Bis Oktober 2019 werden Block C des Kraftwerks Neurath und Block E des Kraftwerks Jänschwalde in die Sicherheitsbereitschaft überführt. Für die Stilllegung und die Bereithaltung in Reserve erhalten die Stromkonzerne eine Vergütung von insgesamt rund 1,6 Mrd Euro, die auf den Strompreis umgelegt wird.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2019
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