Abhängig von Energieimporten

Abhängig von Energieimporten
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Infografik Nr. 370437

Stützten sich die Industrieländer Mitte des letzten Jahrhunderts noch ganz auf ihre heimischen Energiequellen, kommt heute kaum eines dieser Länder ohne Energieimporte aus. Auch Deutschland ist in hohem Maß von Energieeinfuhren abhängig.

Nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wurden in Deutschland 2019 rund 72 % des gesamten Primärenergieverbrauchs durch Lieferungen aus dem Ausland sichergestellt; nur 28 % stammten aus inländischer Gewinnung.

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Stützten sich die Industrieländer Mitte des letzten Jahrhunderts noch ganz auf ihre heimischen Energiequellen, kommt heute kaum eines dieser Länder ohne Energieimporte aus. Auch Deutschland ist in hohem Maß von Energieeinfuhren abhängig. Diese starke Abhängigkeit birgt aber beträchtliche Risiken in sich, denn ein großer Teil der Lieferquellen befindet sich in politisch instabilen Regionen und die langen Importwege sind im Krisenfall schwer zu schützen. Darüber hinaus ist mit einer wachsenden Konkurrenz um die Energierohstoffe und von Fall zu Fall mit weiteren Preissprüngen zu rechnen.

Nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wurden in Deutschland 2019 rund 72 % des gesamten Primärenergieverbrauchs durch Lieferungen aus dem Ausland sichergestellt; nur 28 % stammten aus inländischer Gewinnung. Bei der Versorgung mit ● Mineralöl, das allein über ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs abdeckt, ist die Bundesrepublik fast ganz (zu 98 %) vom Ausland abhängig. Auch das ● Erdgas als zweitwichtigster Energieträger auf dem deutschen Markt kommt zum weit überwiegenden Teil (94 %) aus dem Ausland. Hauptbezugsquellen sind die Erdgaslagerstätten in Sibirien und in der Nordsee, mit denen Deutschland über Pipelines verbunden ist. Die eigenen Erdgasvorkommen in Norddeutschland decken immerhin noch 6 % des Bedarfs. Komplett vom Ausland abhängig ist die Versorgung mit ● Kernbrennstoffen. Nach dem Beschluss über den Ausstieg aus der Kernenergie wird sich die Bedeutung dieser Energiequelle bis 2022 aber schrittweise verringern. ● Steinkohle steht in Deutschland theoretisch unbegrenzt zur Verfügung. Doch seit dem Ende des inländischen Steinkohleabbaus im Jahr 2018 ist die Bundesrepublik auch bei diesem Energieträger zu 100 % von Einfuhren abhängig. Die heimische Steinkohle hatte schon länger an Bedeutung verloren: Wegen der hohen Förderkosten konnte sie sich seit den 1960er Jahren nur dank staatlicher Subventionen und Importsperren auf dem Energiemarkt behaupten, und nach Aufhebung der Einfuhrbarrieren Mitte der 1990er Jahre war sie zunehmend durch Importkohle ersetzt worden. Bei der ● Braunkohle dagegen stützt sich Deutschland ganz auf inländische Quellen. Wegen ihrer Klimaschädlichkeit soll aber auch die hiesige Braunkohleförderung auslaufen. Und bis spätestens 2038 will die Bundesrepublik gänzlich aus der Kohleverstromung aussteigen – dann soll auch keine Importkohle mehr verfeuert werden.

Damit ist eine langfristige Reduzierung der Energieimportabhängigkeit nur durch den Ausbau der erneuerbaren
Energien zu realisieren. Deren Anteil am Primärenergieverbrauch lag 2019 erst bei 15 %.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Ausgabe: 11/2020
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