Außenhandelsgut Dienstleistungen

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Infografik Nr. 390550

Spricht man vom Exportland Deutschland, ist meist der Export von Waren gemeint. Einen beträchtlichen Umfang erreicht aber auch der Austausch von Dienstleistungen mit dem Ausland. Welche Dienste sind das? Und wo entstehen die höchsten Einnahmen und Ausgaben?

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Im Warenhandel steht Deutschland als eine der führenden Industrienationen in engem Austausch mit der übrigen Welt. 2021 belief sich die deutsche Warenausfuhr auf fast 1 368 Mrd €, die Wareneinfuhr lag bei 1 176 Mrd €. Dienstleistungen spielen im grenzüberschreitenden Austausch bislang eine geringere Rolle. Die Zahlungsbilanzstatistik der Bundesbank beziffert die deutschen „Export“-Einnahmen im Handel mit Dienstleistungen für das Jahr 2021 auf 327,7 Mrd € und die „Import“-Ausgaben auf 327,4 Mrd €. Der Dienstleistungshandel mit der übrigen Welt entspricht also nur etwa einem Viertel des Warenhandels.

Die Gründe für den vergleichsweise geringen Umfang des Handels mit Dienstleistungen sind aber nicht auf Deutschland beschränkt. ● Viele binnenwirtschaftlich bedeutsame Dienstleistungen (z.B. persönliche Dienste) sind ihrer Natur nach kaum für den Export geeignet. ● Die Dienstleistungsmärkte sind häufig durch nationale Vorschriften reguliert und geschützt. Ausländischen Anbietern wird dadurch der Zutritt erschwert. ● Anders als der Außenhandel mit Waren ist die internationale Vermarktung von Dienstleistungen ein vergleichsweise junges, wenn auch stark wachsendes Geschäftsfeld. ● Und schließlich bereitet es Schwierigkeiten, die international ausgetauschten Dienstleistungen statistisch zu erfassen, denn der „Export“ von Dienstleistungen tritt in unterschiedlichen, oft nicht eindeutig messbaren Formen auf: als Übertragung von Software über Datennetze, Beherbergung ausländischer Touristen im Inland, Transport oder Versicherung von Warenlieferungen oder Durchführung von Reparaturen bei einem ausländischen Kunden, um nur einige Beispiel zu nennen.

Nach Zahlen der Welthandelsorganisation WTO (auf Dollar-Basis) belegte die Bundesrepublik 2021 beim Warenexport den dritten Rang und beim Export kommerzieller Dienstleistungen den vierten Rang im Weltvergleich. Größter Exporteur von Dienstleistungen waren die USA (mit einem Anteil von 12,9 %) vor Großbritannien (6,9 %) und China (6,5 %). Deutschland stellte 6,2 % der international gehandelten Dienstleistungen. Über besondere Stärken verfügt die deutsche Wirtschaft u.a. beim Export von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und bei der Vermarktung geistigen Eigentums (Patente, Lizenzen usw.). Ein Minus entsteht dagegen im Reiseverkehr, in dem die Deutschen weit mehr ausländische Leistungen in Anspruch nehmen als umgekehrt Ausländer in Deutschland. 2021 litt dieser Sektor aber noch immer unter der Covid-19-Pandemie. Da die Bundesbürger weniger reisten als vor Corona, war die gesamte Dienstleistungsbilanz Deutschlands 2021 nahezu ausgeglichen. Bis 2019 befand sie sich regelmäßig im Defizit.

Ausgabe: 11/2022
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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