Konsumentenkredite

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Infografik Nr. 463830

Dass private Haushalte einen Kredit aufnehmen, um finanzielle Engpässe zu überbrücken oder größere Anschaffungen zu machen, ist nicht ungewöhnlich. Für jüngere Familien zum Beispiel liegt es nahe, ...

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Dass private Haushalte einen Kredit aufnehmen, um finanzielle Engpässe zu überbrücken oder größere Anschaffungen zu machen, ist nicht ungewöhnlich. Für jüngere Familien zum Beispiel liegt es nahe, die Erstausstattung mit langlebigen Gebrauchsgütern – von der Wohnungseinrichtung bis zum Auto – im Vorgriff auf spätere Einkommen durch Kredite zu finanzieren. Auch neigen Haushalte aller Einkommens- und Altersklassen dazu, ihr gewohntes Konsumniveau zunächst mit Krediten aufrechtzuerhalten, wenn es zu Verdienstausfällen oder unvermuteten Mehrausgaben kommt. Anlässe dafür gibt es genug: Einkommensschwankungen durch Arbeitslosigkeit, die Auflösung des familiären Wirtschaftsverbunds durch Trennung oder Scheidung, selbst zu tragende Kosten einer medizinischen Behandlung usw.

In der Bundesrepublik verlor die früher eher verpönte Finanzierung durch Konsumentenkredite in den 1970er Jahren allmählich ihren negativen Beiklang und breitete sich mit raschem Tempo aus. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch den Übergang zur bargeldlosen Lohnzahlung – er machte Millionen Arbeitnehmer zu ständigen Bankkunden – und durch die Ratenkreditmodelle des Versandhandels und der Autohersteller. So nahm die Summe der Konsumentenkredite 1970 bis 1980 von umgerechnet 15,2 auf 66,8 Mrd € zu und stieg dann bis 1990 noch einmal auf mehr als das Doppelte (132,8 Mrd €).

Mit dem Verbrauchsboom, der die deutsche Einigung begleitete, kletterte das Kreditvolumen in Deutschland Anfang der 1990er Jahre erneut sprunghaft. Wesentlichen Anteil daran hatten die ostdeutschen Haushalte, die ihren Zugang zur westlichen Warenwelt, ihren Nachholbedarf an höherwertigen Gebrauchsgütern und Dienstleistungen (Autos, technischen Geräten, Urlaubsreisen) vielfach mit geliehenem Geld finanzierten.

Nach der Jahrtausendwende war die wirtschaftliche Entwicklung über mehrere Jahre durch geringes Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit und stagnierendes Einkommen gekennzeichnet. In diesem Umfeld verlegten sich die Haushalte zunehmend aufs Sparen und vertagten ihre Anschaffungen auf bessere Zeiten. Die anhaltende Konsumschwäche bremste auch die Kreditneigung. In der Wirtschaftskrise 2008/09 kam hinzu, dass die Banken die Kreditvergabe an Privathaushalte einschränkten. Die Erholung der Wirtschaft und die sinkenden Zinsen ließen die Bereitschaft zur Kreditaufnahme seitdem zwar wieder wachsen, allerdings vorerst nur in bescheidenem Rahmen. So war der Umfang der Konsumentenkredite 2016 mit 231,2 Mrd € noch immer geringer als 2005 (234,0 Mrd €). Er machte damit nur knapp 13 % des verfügbaren Jahreseinkommens der deutschen Privathaushalte aus.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Ausgabe: 07/2017
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