Private Vermögen wachsen, Staat wird ärmer

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Wachsende Privatvermögen, armer Staat

Deutschland ist ein reiches Land, so ist oft zu hören. Worin besteht dieser Reichtum, wie hat er sich entwickelt und wie hoch ist er zu beziffern? ...

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Wachsende Privatvermögen, armer Staat

Deutschland ist ein reiches Land, so ist oft zu hören. Worin besteht dieser Reichtum, wie hat er sich entwickelt und wie hoch ist er zu beziffern? Antworten darauf liefert die Vermögensrechnung des Statistischen Bundesamts und der Deutschen Bundesbank, die für die Jahre ab 1999 auf neuer methodischer Grundlage erstellt wurde. Wie aus ihren Daten hervorgeht, belief sich das deutsche Volksvermögen Ende 2015 auf 14718 Milliarden €. Geldvermögen spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht heben sich die inländischen Forderungen und Verbindlichkeiten nämlich gegenseitig auf und nur die dem Ausland gegenüber bestehenden Forderungen abzüglich der Verbindlichkeiten gehen in das Reinvermögen ein (2015 per Saldo: 1182 Mrd €).

Anders sieht es aus, wenn die Vermögensbilanzen der vier großen Sektoren der Volkswirtschaft getrennt betrachtet werden. Dabei handelt es sich um die Nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften (Produktions-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen), die Finanziellen Kapitalgesellschaften (Banken, Versicherungen), den Staat und die Privaten Haushalte. Die einzelnen Sektoren verfügen sowohl über Sachvermögen (Grund und Boden, Bauten, Ausrüstungen) als auch ggf. über Geldvermögen aus ihren Nettoforderungen gegenüber den anderen Sektoren.

Von 1999 bis 2015 konnten die Privaten Haushalte ihr Reinvermögen von 6565 auf 11193 Mrd € ausbauen. Nur in den Jahren 2002 und 2008 (Finanzkrise) verlangsamte sich die Entwicklung. Ende 2015 verfügten die Haushalte über Anlagegüter (hauptsächlich Bauten) im Wert von 4778 Mrd €, Grund und Boden im Wert von 2549 Mrd € sowie Geldvermögen von 5503 Mrd €, dem Verbindlichkeiten von 1638 Mrd € gegenüberstanden.

Im Gegensatz dazu zeigt das Reinvermögen des Staates einen lang anhaltenden Abwärtstrend, der erst zuletzt wieder in eine leichte Aufwärtsbewegung überging. 1999 belief es sich auf 644 Mrd €; 2015 auf 496 Mrd €. Zwar waren Ende 2015 Anlagegüter im Wert von 1338 Mrd € vorhanden, davon 1139 Mrd € in Form von Verkehrswegen, Versorgungsanlagen, Verwaltungsgebäuden usw. Und das Geldvermögen hatte zuletzt auf 170 Mrd € zugenommen (wobei sich hinter dem sprunghaften Anstieg seit 2008 die Forderungen aus Maßnahmen zur Rettung des Finanzsystems verbergen). Das Gegengewicht bildet aber die Staatsverschuldung, die zwischen 1999 und 2015 von 1248 auf 2365 Mrd € anstieg, so dass der Staat unter dem Strich nur ein vergleichsweise geringes Vermögenspolster aufweist.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2016
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