Einkommen und Ersparnis der Haushalte

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Einkommen und Ersparnis der Haushalte

Je höher das Einkommen eines Haushalts, desto mehr kann er für seine Konsumbedürfnisse ausgeben, desto größere Möglichkeiten hat er aber auch, Tei ...

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Einkommen und Ersparnis der Haushalte

Je höher das Einkommen eines Haushalts, desto mehr kann er für seine Konsumbedürfnisse ausgeben, desto größere Möglichkeiten hat er aber auch, Teile seines Einkommens auf die hohe Kante zu legen. Dieser Zusammenhang lässt sich durch Zahlen aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) von 2013 belegen. Den von ihr erfassten 39,3 Millionen Haushalten in Deutschland standen 2013 nach Abzug von Einkommensteuern und Sozialabgaben im Durchschnitt 3132 € pro Monat zur Verfügung. Davon flossen 2448 € in den privaten Konsum, weitere 413 € wurden für Kfz-Steuern, private Versicherungen, Zinsen usw. ausgegeben. Zusätzliche Einnahmen kamen durch die Auflösung von Vermögensbeständen und durch Kredite herein. Im Gegenzug wurden aber auch Kredite getilgt und neue Sach- und Geldvermögen gebildet. Unter dem Strich blieben 319 € als Ersparnis übrig.

Bei näherem Hinsehen zeigt sich indessen, dass längst nicht alle Haushalte in der Lage waren, überhaupt zu sparen, dass viele nur so eben über die Runden kamen oder sogar Schulden aufnehmen mussten, um ihre Ausgaben bestreiten zu können. In einer angespannten finanziellen Situation befanden sich vor allem die Haushalte mit Nettomonatseinkommen von weniger als 2000 € – überwiegend Haushalte von Rentnern und Arbeitslosen, aber auch von Beschäftigten mit Niedriglöhnen. Im Schnitt lagen die verfügbaren Einkommen dieser 14,4 Mio Haushalte deutlich niedriger als ihre Ausgaben. Die Haushalte der unteren Einkommensgruppe (mit weniger als 900 €) überzogen ihr Budget jeden Monat sogar um durchschnittlich 139 €; in diesem Umfang mussten sie auf Rücklagen zugreifen oder sich verschulden.

Die 5,6 Mio Haushalte im Einkommensbereich zwischen 2000 und 2600 € kamen gerade so mit ihren Mitteln zurecht. Ihnen blieben im Durchschnitt nicht einmal 40 € als monatlicher „Überschuss“. Dagegen leisteten sich Haushalte mit hohen Einkommen nicht nur größere Konsumausgaben, sondern häuften darüber hinaus beträchtliche Ersparnisse an. Die 6,4 Mio Haushalte der oberen Gruppe mit Einkommen von 5000 bis 18000 € kamen im Durchschnitt auf eine Ersparnis von rund 1470 € pro Monat.

Im Vergleich zur EVS von 2008 hatte sich die finanzielle Situation 2013 insgesamt verschlechtert. Die unteren Einkommensgruppen rutschten zumeist noch tiefer in die roten Zahlen, und auch die Haushalte mit Einkommen von 1500 bis 2000 €, die 2008 noch kleine Rücklagen bilden konnten, fielen ins Minus. Dagegen hatten die Haushalte mit Nettoeinkommen ab 5000 € trotz Einbußen noch hohe Beträge für den Vermögensaufbau übrig.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2015
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