Realverzinsung von Spareinlagen

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Infografik Nr. 468325

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Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland belief sich im dritten Quartal 2016 auf rund 5480 Milliarden Euro. Einen beträchtlichen Teil davon (1301 Mrd €) verwahrten sie als Bargeld oder hatten sie jederzeit verfügbar auf Girokonten geparkt. Weitere 568 Mrd € entfielen auf Spareinlagen. Damit warf ein Drittel des Geldvermögens keine oder nur spärliche Zinserträge ab, zumal die Banken ihre Zinssätze für kurzfristige Anlagen in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase stark abgesenkt haben. Vor allem ältere Anleger, aber nicht nur sie, legen großen Wert auf die Verfügbarkeit und Sicherheit ihres Ersparten und sind dafür bereit, auf höhere Renditen zu verzichten. Sie nehmen damit allerdings in Kauf, dass ihr Geldvermögen mit der Zeit immer mehr an Wert verliert. Das ist dann der Fall, wenn der für die Geldanlagen gewährte Nominalzins nicht ausreicht, um den inflationsbedingten Kaufkraftverlust auszugleichen, wenn die Realverzinsung also negativ ausfällt.

Negative Realzinsen sind allerdings nicht nur zu befürchten, wenn das Zinsniveau niedrig ist. Sie treten auch auf, wenn die Nominalzinsen zwar hoch sind, aber durch noch höhere Inflationsraten aufgezehrt werden. Die Bundesbank weist darauf hin, dass es in den letzten Jahrzehnten phasenweise immer wieder zu schleichenden Vermögenseinbußen aufgrund negativer Realzinsen kam. So vor allem in den 1970er und frühen 1980er Jahren, in den ersten Jahren nach der deutschen Einigung sowie zuletzt im Gefolge der Finanz- und Schuldenkrise ab 2010. Dabei war die jüngste Entwicklung deutlich durch geldpolitische Entscheidungen geprägt: Die von der Europäischen Zentralbank zur Belebung der Wirtschaft beschlossene Senkung der Leitzinsen und die üppige Versorgung der Volkswirtschaften mit Zentralbankgeld drückten das Zinsniveau insgesamt so weit, dass die Sparer trotz einer sehr geringen Inflationsrate Realzinsverluste erlitten. Eine Besonderheit der gegenwärtigen Niedrigzinsphase besteht darin, dass nicht nur Spareinlagen in eine negative Realverzinsung hineingerieten. Wegen des Zinsverfalls für längerfristige Anlagen (z.B. Festgelder) ist auch mit ihnen kaum noch ein realer Wertzuwachs zu erzielen.

Sparer erhalten mit den Zinsen normalerweise ein angemessenes Entgelt für die zeitlich festgelegte Bereitstellung von Geld und das damit verbundene Risiko, so dass sich ihr Geldvermögen weiter vermehrt. Sinkt die Realverzinsung unter die Nulllinie, geht ihr Ziel der Kapitalvermehrung oder doch wenigstens des Kapitalerhalts nicht mehr auf. Manche Anleger lassen sich dann von alternativen Anlagemöglichkeiten locken, die zwar eine bessere Rendite versprechen, aber auch oft mit unüberschaubaren Risiken behaftet sind.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2017
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