Eine mörderische Welt

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Infografik Nr. 603279

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Jedes Jahr fallen weltweit mehrere Hunderttausend Menschen einem tödlichen Verbrechen zum Opfer; für das Jahr 2012 geht das UN-Büro für Drogen- und Verbrechens ...

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Eine mörderische Welt

Jedes Jahr fallen weltweit mehrere Hunderttausend Menschen einem tödlichen Verbrechen zum Opfer; für das Jahr 2012 geht das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) von schätzungsweise 437000 Ermordeten aus. Die Angaben von Polizei, Justiz und Gesundheitsbehörden einzelner Staaten sind aber oft unvollständig oder widersprüchlich und lassen erahnen, dass das Leben eines Menschen und sein gewaltsames Ende nicht überall gleich viel zählen.

Den UNODC-Schätzungen zufolge wurden in Afrika 2012 rund 135000 Menschen umgebracht, in Amerika 157000, in Asien 122000 und in Europa 22000. Um einen aussagekräftigen Vergleich zwischen verschiedenen Ländern und Erdregionen zu ermöglichen, müssen die absoluten Zahlen zur Bevölkerung des jeweiligen Gebietes in Relation gesetzt werden. Die höchsten Tötungsraten zeigten sich 2014 im südlichen Afrika, in Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik: In den meisten Ländern dieser Regionen ereigneten sich jährlich mehr als 10 Morde je 100000 Einwohner. Einzigartig hoch lag die Tötungsrate mit mehr als 80 Morden je 100000 Einwohner in Honduras; Raten von über 50 Morden je 100000 Einwohner verzeichneten Venezuela, Belize und Jamaika. Eine Ursache für die hohen Mordraten in Mittelamerika und der Karibik ist die Ausbreitung der mit dem Drogenhandel verknüpften organisierten Kriminalität. Rückläufig war die Zahl der Morde seit den 1990er Jahren in Nordamerika. Am niedrigsten sind die Tötungsraten in Ostasien und Westeuropa, wo sich in der Mehrzahl der Länder jährlich weniger als 2 Morde je 100000 Einwohner ereignen. In Osteuropa liegt die Häufigkeit tödlicher Übergriffe etwas höher. Neben Russland (mit 9 Morden je 100000 Einwohner) hat Litauen im Verhältnis zu seiner Bevölkerung die meisten Tötungsdelikte in Europa zu beklagen. Zu den Städten mit den höchsten Mordraten zählen Caracas (mit 122), Guatemala City (mit 117) und die honduranische Hauptstadt Tegucigalpa (mit 102 Morden je 100000 Einwohner).

Mord und Totschlag – außerhalb von kriegerischen Auseinandersetzungen – werden häufig auf negative gesellschaftliche Entwicklungen zurückgeführt: wachsende soziale Ungleichheit, fehlende Zukunftsperspektiven auch für gut Ausgebildete, veränderte Familienstrukturen, Drogen- und Alkoholmissbrauch. Der tödliche Ausgang von Konflikten hängt aber auch davon ab, wie viele Schusswaffen im Umlauf sind. In Ländern mit verbreitetem Waffenbesitz besteht ein erhöhtes Risiko, dass Menschen getötet werden. Nach Schätzungen von UNODC wurden 2012 mehr als 40 % aller Morde in der Welt, auf dem amerikanischen Kontinent sogar 66 %, mit einer Schusswaffe verübt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2015
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