Mitglieder des UN-Sicherheitsrats 1946-2022

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Infografik Nr. 615514

Der UN-Sicherheitsrat ist das wichtigste multilaterale Gremium für den Weltfrieden. Neben den fünf ständigen Mitgliedern rotieren die 15 nichtständigen Mitglieder im Zweijahrestakt. Welche Länder saßen wie oft im Sicherheitsrat, und welche noch nie?

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Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beraten und entscheiden 15 Mitgliedstaaten der Weltorganisation über Fragen der internationalen Sicherheit und des Weltfriedens. Neben den fünf Mitgliedern, die diesem Gremium ständig angehören, sind in ihm zehn nichtständige Mitglieder vertreten. Diese werden von der UN-Generalversammlung jedes Jahr zur Hälfte neu auf zwei Jahre gewählt. Eine unmittelbare Wiederwahl ist ausgeschlossen. Seit der Sicherheitsrat 1946 mit seiner Arbeit begann, nahmen mehr als 130 Staaten als gewählte Mitglieder an seinen Beratungen teil. Andererseits waren 60 Staaten noch nie im Sicherheitsrat vertreten, darunter viele Ministaaten, die mit dieser Aufgabe überfordert wären, noch relativ „junge“ UN-Mitglieder, aber auch Staaten, die sich das notwendige Vertrauen der übrigen Weltgemeinschaft bisher nicht erwerben konnten.

Die Wahl zum Sicherheitsrat erfolgt nach geografischen Gesichtspunkten, damit alle Weltregionen angemessen in ihm vertreten sind. Kandidieren mehr Länder, als für eine Region zu wählen sind, wird die Abstimmung so lange wiederholt, bis die freien Sitze mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit besetzt worden sind. Die bisher längste Wahl fand 1979 statt, als der Vertreter Lateinamerikas auch nach 155 Wahlgängen noch nicht feststand. Erst der Verzicht der beiden rivalisierenden Länder – Kolumbien und Kuba – ermöglichte einen Ausweg aus der Sackgasse; gewählt wurde Mexiko. 2006 gaben Venezuela und Guatemala ihre Kandidatur erst nach 48 erfolglosen Wahlgängen auf und machten damit den Weg für den Kompromisskandidaten Panama frei.

Saudi-Arabien, 2013 für die Jahre 2014/15 gewählt, lehnte seinen Sitz ab – ein beispielloser Vorgang in der Geschichte des Sicherheitsrats. Riad begründete dies mit der Unfähigkeit des Sicherheitsrats, den Nahostkonflikt zu beenden, seiner Untätigkeit gegenüber dem Assad-Regime in Syrien und (implizit) mit der Politik des Sicherheitsrats gegenüber dem Atomprogramm Irans und dem Atomwaffenarsenal Israels. Statt Saudi-Arabien wurde Jordanien als nichtständiges Mitglied aus der arabischen Region gewählt.

2021 wählte die UN-Generalversammlung Gabun und Ghana für die Region Afrika, die VAE für den asiatisch-pazifischen Raum, Albanien für Osteuropa und Brasilien für Lateinamerika. Deutschland war sechsmal nichtständiges Mitglied des Sicherheitsrats, nämlich 1977-78, 1987-88, 1995-96, 2003-04, 2011-12 und 2019-2020. Die Bundesrepublik setzt sich für die Erweiterung und eine geografisch ausgewogenere Zusammensetzung des Sicherheitsrats ein und strebt selbst einen ständigen Sitz an.

Ausgabe: 05/2022
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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