Atomwaffenarsenale

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Infografik Nr. 621077

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelten die USA im geheimen „Projekt Manhattan“ die ersten Nuklearwaffen und leiteten damit den Beginn des Atomzeitalters ein. Der erste ...

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Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelten die USA im geheimen „Projekt Manhattan“ die ersten Nuklearwaffen und leiteten damit den Beginn des Atomzeitalters ein. Der erste Einsatz dieser verheerenden Waffe durch die USA über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki im August 1945 blieb auch der bislang letzte. Das nukleare Monopol der USA wurde bald gebrochen, da die Sowjetunion im beginnenden Kalten Krieg nach einer eigenen Nuklearwaffenfähigkeit strebte. 1949 testete sie ihre erste Atombombe. In der Folge bildete sich zwischen den USA und der Sowjetunion ein Gleichgewicht des Schreckens heraus: Beide verfolgten eine Strategie der Abschreckung, die einen atomaren Angriff mit der Vernichtung des Gegners zu beantworten drohte. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges verfügten die Atommächte über rund 70000 Nuklearwaffen – genug, um die Welt gleich mehrfach auszulöschen. Paradoxerweise wirkte das bipolare Prinzip der „wechselseitig gesicherten Zerstörung“ stabilisierend auf die Auseinandersetzungen des Kalten Krieges: Die Supermächte vermieden eine direkte Konfrontation, trugen ihre Konflikte aber stattdessen in konventionell geführten Stellvertreterkriegen in der Dritten Welt aus.

Das Aufkommen weiterer Atommächte machte die internationale Lage jedoch komplexer und schlechter kalkulierbar, so dass die Einhegung des atomaren Risikos zunehmend schwieriger wurde. Großbritannien testete bereits 1952 eigene Nuklearwaffen, Frankreich folgte 1960, China 1964. Angesichts einer durchweg feindlichen Nachbarschaft begann auch Israel früh – mutmaßlich seit den 1960er Jahren – mit der Entwicklung einer eigenen nuklearen Abschreckungsfähigkeit. Die Existenz seiner Nuklearwaffen wird von Israel nicht offiziell bestätigt, aber auch nicht bestritten. Südafrika produzierte ab 1974 sechs Atomsprengsätze, ließ diese aber in den 1990er Jahren unter internationaler Aufsicht zerstören. Eine gefährliche Konstellation entwickelte sich, als nach Indien (1974) auch Pakistan im Jahr 1998 zur Atommacht aufstieg. Die beiden Staaten hatten bereits mehrere Kriege gegeneinander geführt. Im Falle Pakistans stellt die innere Instabilität eine zusätzliche Gefahr dar. Bedrohlich ist auch die seit 2006 belegte nukleare Bewaffnung der schwer berechenbaren Diktatur Nordkoreas.

Nach einer Übersicht der Federation of American Scientists waren 2017 weltweit rund 14930 Atomwaffen vorhanden. Etwa 4150 strategische Waffen waren als einsatzbereit zu betrachten; schätzungsweise 1800 befanden sich in ständiger Alarmbereitschaft. Seit Ende des Kalten Krieges wurde das Atomwaffenarsenal deutlich reduziert, doch arbeiten alle Atommächte weiter an der Modernisierung ihrer Nuklearwaffen.

Reihe: 53
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Ausgabe: 09/2017
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