Militärstärken weltweit (Text)

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Infografik Nr. 621163

In diesem ZAHLENBILD werden die konventionellen militärischen Kapazitäten der USA, Chinas, Indiens, Frankreichs und Großbritanniens erläutert. Sofort herunterladen.

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Die politische Weltordnung wird von globalen Machtverhältnissen bestimmt. Macht speist sich auch im 21. Jahrhundert wesentlich aus militärischer Stärke. Diese hängt mit wirtschaftlicher Stärke zusammen und ist deren Voraussetzung. Für die innere Sicherheit sorgt ein intaktes staatliches Gewaltmonopol, für die äußere Sicherheit fehlt aber eine solche übergeordnete Zwangsgewalt. Daher sind Staaten auf Selbsthilfe angewiesen. Ihre Kapazitäten richten Staaten möglichst nach potentiellen Bedrohungen und strategischen Interessen aus. Dies wird deutlich, wenn man das konventionelle Kriegsgerät der größten Militärmächte vergleicht. Zahlen dazu veröffentlicht Global Firepower und stützt sich dabei auf Regierungsquellen, Medienberichte und anderes öffentlich zugängliches Material sowie eigene Schätzungen.

Die Supermachtstellung der USA gründet sich primär auf ihr überlegenes Militär. Mit rund 1,4 Mio aktiven Soldaten stellen die USA das drittgrößte Heer nach China und Indien. In allen Bereichen verfügen sie über modernstes Gerät. Als globale Supermacht sind für die USA vielfache Kapazitäten zur Machtprojektion von großer Bedeutung, also die Fähigkeit, Truppen und Gerät schnell an entfernte Orte auf dem Erdball zu bringen. Zudem sind die USA der einzige Staat, der Drohnen in hoher Zahl einsetzt.

Russland ist eine Landmacht. Es verfügt über eine enorme Menge an Kampfpanzern: Global Firepower gibt eine Zahl von über 12 000 an, bei einer großen Zahl handelt es sich dabei aber um Lagerbestände veralteter sowjetischer Modelle. Seit 2008 ist eine Modernisierung der Streitkräfte im Gange. Deren Fokus liegt u.a. auf dem nuklearen Arsenal sowie auf schnellen Eingreiftruppen, mit denen Moskau besonders im post-sowjetischen Raum seinen Machtanspruch geltend machen will. Russland setzt auf eine Strategie der „hybriden“ Kriegsführung, die auch nicht-militärische Mittel (wie politische, wirtschaftliche, informationstechnische usw.) einbezieht.

Wie Russland sah sich auch China traditionell als Landmacht. Mit über 2,0 Mio aktiven Soldaten unterhält es das weltgrößte Heer und tausende Kampfpanzer. Doch China ist zunehmend vom Seehandel abhängig. In jüngerer Zeit baut es daher massiv seine Marine aus. Potenzielle Konfliktszenarien betreffen Japan, Taiwan und das Südchinesische Meer, wobei die USA der Hauptgegner wären.

Ein Millionenheer unterhält auch Indien, doch der Großteil des Kriegsgeräts ist veraltet. Auch sind Luftwaffe und Marine vergleichsweise gering ausgestattet. Als mögliche Bedrohung kommt in erster Linie Pakistan infrage, bzw. von pakistanischem Territorium aus operierende Terroristen. Indiens Optionen zur Abschreckung sind dabei begrenzt. Der zweite potenzielle Kontrahent ist China im Indischen Ozean, wo China ein Reihe von Marinebasen errichtet hat (sog. „Perlenkette“). Als Reaktion treibt Indien den Ausbau seiner Marine voran, kann aber mit dem Tempo Chinas nicht mithalten.

In Europa sind Frankreich und Großbritannien die führenden Militärmächte. Frankreichs Sicherheit ist vor allem durch islamistische Terroranschläge im Innern bedroht, aber auch im Ausland sind die französischen Streitkräfte in der Terrorbekämpfung aktiv (Syrien, Irak, Sahel-Zone). Auch Großbritannien engagiert sich in der US-geführten Allianz gegen den sog. „Islamischen Staat“. Im Rahmen des NATO-Plans für eine erhöhte Einsatzbereitschaft gegen eine mögliche Aggression Russlands in Osteuropa nehmen Frankreich und Großbritannien eine Führungsrolle ein.

Ein quantitativer Vergleich allein sagt indes nichts über die Qualität des Materials aus. Diese lässt sich gut bemessen an den Militärausgaben, die nötig sind, um das Material zu erhalten und zu erweitern. Hier zeigt sich die Überlegenheit der USA noch viel klarer (siehe ZAHLENBILD 621 155). Auch sind jenseits des konventionellen Kriegsgeräts vor allem für die Abschreckung möglicher Gegner Atomsprengköpfe – mit der „nuklearen Triade“ aus strategischen Bombern sowie land- und seegestützten Trägerraketen – von entscheidender Bedeutung (siehe ZAHLENBILD 621 077).

Ausgabe: 03/2022
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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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