Landminen - die lauernde Gefahr

Landminen - die lauernde Gefahr
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Infografik Nr. 621185

Die Konvention von Ottawa verbietet Herstellung und Weitergabe von Antipersonenminen. Obwohl ihm wichtige Staaten wie die USA, Russland und China nicht beitraten, war sie überaus erfolgreich. Der russische Krieg gegen die Ukraine hat nun aber zur Folge, dass etliche Staaten im Osten Europas dem Vertrag wieder den Rücken kehren. Machen Sie sich ein Bild von der veränderten Lage!

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Der Krieg in Vietnam endete 1975, doch über die folgenden Jahrzehnte hinweg wurden dort durch Landminen, Clusterbomben, Artillerie-Blindgänger und andere explosive Überreste von Kriegswaffen mehrere Zehntausend Menschen verletzt und getötet. Das lässt erahnen, welche Opfer auf den Kriegsschauplätzen von heute zu erwarten sind , wenn das akute Kampfgeschehen dort einem trügerischen Frieden Platz gemacht hat. Allein 2024 kamen weltweit 6280 Menschen durch Landminen oder andere Explosivkörper ums Leben, fast die Hälfte davon Kinder.

1999 trat die Konvention von Ottawa in Kraft, die den Einsatz, die Herstellung, Lagerung oder Weitergabe von Antipersonenminen verbietet und zur Zerstörung vorhandener Minen dieser Art verpflichtet. Bei Antipersonenminen handelt es sich um Sprengkörper, die von einem Menschen durch Berührung, Belastung oder auch nur Annäherung zur Explosion gebracht werden und schwere Verletzungen (wie den Verlust von Gliedmaßen) oder den Tod verursachen. Sie werden aus Plastik, Metall oder anderem Material hergestellt und enthalten neben der Sprengladung oft noch Metall- oder Plastikstücke, die bei der Explosion zusätzliche Körperschäden hervorrufen. Minen, die durch Fahrzeuge ausgelöst werden können, werden durch den Vertrag nicht erfasst.

Bis 2025 hatten sich dem Minenverbotsvertrag 165 Länder angeschlossen, 31 waren ihm jedoch nicht beigetreten, darunter die USA, Russland, China, Indien, Pakistan, der Iran, Israel, Syrien, Ägypten, Nord- und Südkorea. Obwohl gerade die Großmächte abseits blieben, war die Anti-Minen-Konvention außerordentlich erfolgreich. So wurden seit ihrem In-Kraft-Treten rund 55 Millionen gelagerte Minen vernichtet und große ehemals verminte Gebiete beräumt und für die zivile Nutzung freigegeben.

Aber die Gefahr durch Antipersonenminen ist damit nicht gebannt. Noch immer sind etwa 30 Vertragsstaaten durch Landminen kontaminiert. Besonders belastet sind ehemalige und aktuelle Kriegs- und Spannungsgebiete auf dem Balkan (Bosnien und Herzegowina), im Nahen Osten (Türkei, Irak), in Afghanistan und Kambodscha sowie in Äthiopien. Was aber noch schwerer wiegt: Durch den russischen Angriff auf die Ukraine wurde ein Prozess in Gang gesetzt, der die Erfolge der Ottawa-Konvention in Frage stellt. Um ihre Verteidigungsfähigkeit gegenüber Russland und Belarus zu stärken, erklärten die baltischen Staaten, Polen und Finnland sowie die Ukraine 2025 ihren Austritt aus der Konvention. Sie wollen den Einsatz von Antipersonenminen wieder erlauben. 

Ausgabe: 04/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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