Weltkrankheit Korruption

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Infografik Nr. 632105

Korruption ist überall dort gegeben, wo öffentliche Macht zu privatem Nutzen missbraucht wird. Und sie ist keineswegs nur in ärmeren Ländern verbreitet. Wie aus dem Korruptionsindex von Transparency International hervorgeht, haben vier EU-Länder zwar eine weitgehend saubere Weste, aber 13 EU-Mitgliedstaaten gelten als ernsthaft korruptionsanfällig.

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Korruption im öffentlichen Raum hat viele Gesichter: Bestechung von Amtsträgern, Auftragsvergabe gegen Schmiergeldzahlungen, erkaufte Genehmigungen oder Ausnahmeregelungen, Gefälligkeiten für Parteifreunde, Unterschlagung von Spendengeldern, Ausnutzen von Insiderinformationen, Aneignung öffentlicher Vermögenswerte durch die politischen Eliten, „Belohnung“ ehemaliger Mandatsträger durch hochdotierte Posten in der Privatwirtschaft usw. Stets handelt es sich dabei um den Missbrauch öffentlicher Macht zu privatem Nutzen. Die Zeche dafür zahlt die Allgemeinheit. Wo Korruption herrscht, verlieren Verwaltung und Politik an Verlässlichkeit und Berechenbarkeit und damit an Vertrauen; öffentliche Mittel werden in falsche Kanäle gelenkt, der Wettbewerb wird verzerrt, ein Netz persönlicher Abhängigkeiten tritt an die Stelle rationaler Entscheidungsfindung und die Spielregeln politischer Machtausübung werden zugunsten einzelner Nutznießer außer Kraft gesetzt.

In vielen ärmeren Weltregionen, aber nicht nur dort, findet Korruption einen fruchtbaren Boden. Weit verbreitet ist der Übelstand, dass Leistungen oder Wohlwollen öffentlicher Stellen im Alltag mit Geldzuwendungen erkauft werden müssen. Nahezu ungehemmt wuchert die Korruption in „zerfallenden Staaten“, in denen die öffentlichen Funktionen weitgehend zusammengebrochen sind. So hat gerade die Bevölkerung der ärmsten Länder unter korrupten Praktiken in Politik, Justiz und Verwaltung zu leiden. In den reicheren Ländern ist Korruption eher im Beziehungsfeld zwischen Wirtschaft und Politik anzutreffen.

Wie stark die Staaten vom Virus der Korruption befallen sind, zeigt der Korruptionsindex, den Transparency International regelmäßig veröffentlicht. Der Index erfasst die Wahrnehmung der öffentlichen Korruption, wie sie sich in den Einschätzungen von Geschäftsleuten oder Analysten widerspiegelt. Für jedes Land liegen mindestens drei Studien dieser Art vor, aus denen dann ein Indexwert abgeleitet wird. Dieser Wert bewegt sich zwischen 100 (= korruptionsfrei) und 0 (= äußerst korrupt). 2022 hatten vier Fünftel der 180 untersuchten Staaten einen Indexwert von unter 60 und galten damit als ernsthaft korruptionsanfällig. Extreme Ausmaße erreichte die Korruption in konfliktzerrütteten Staaten wie Somalia, Syrien oder Venezuela. Mit weitgehend sauberer Weste standen dagegen Länder wie Dänemark, Finnland und Neuseeland da. Deutschland lag auf Rang 9 (mit einem Wert von 79). Die Bundesrepublik hatte erst Ende 2014 die UN-Konvention gegen Korruption ratifiziert. Die EU gibt insgesamt ein gespaltenes Bild ab. So finden sich einerseits vier Staaten in der Spitzengruppe, andererseits bleiben 13 EU-Mitglieder unterhalb der Schwelle von 60 Punkten.

Ausgabe: 04/2023
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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