Einkommensungleichheit

Einkommensungleichheit
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Infografik Nr. 632275

Die Verteilung der Einkommen in einer Gesellschaft entscheidet darüber, ob relativ ausgewogene Lebensverhältnisse oder scharfe soziale Gegensätze herrschen. Für ausgewählte Länder lässt sich zeigen, wie weit das ärmste und das reichste Fünftel der Bevölkerung beim Einkommen auseinander liegen.

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Als Indikator für den Wohlstand eines Landes ist das Pro-Kopf-Einkommen manchmal nur von eingeschränkter Aussagekraft. Es trifft die soziale Wirklichkeit umso weniger, je stärker die tatsächlichen Einkommen vom statistischen Durchschnittswert abweichen. So kann es sein, dass das Pro-Kopf-Einkommen ein auskömmliches mittleres Einkommensniveau vorspiegelt, während in Wahrheit eine tiefe Kluft zwischen den vielen Armen und den wenigen Reichen besteht. Leider sind die Informationen über die Einkommensverteilung in einzelnen Ländern häufig unvollständig oder mit methodischen Fehlern behaftet, die ihre Brauchbarkeit einschränken. Nicht überall besteht ein Interesse an der Erhebung politisch so heikler Daten und nicht immer sind die Befragten hinreichend auskunftsbereit.

Unter diesen Vorbehalten steht auch eine Datensammlung der Weltbank, die sich auf Angaben zum Einkommen oder zum Privatverbrauch in Haushaltsbefragungen stützt. Dennoch kann sie als Grundlage für einen internationalen Vergleich der Einkommensschichtung dienen. Anhand ihrer Daten lassen sich für jedes Land fünf gleich große Einkommensklassen bilden – vom ärmsten bis zum reichsten Fünftel der Bevölkerung. Wären die Einkommen vollkommen gleich verteilt, müsste jedes Fünftel der Gesellschaft über ein Fünftel aller Einkommen verfügen. Tatsächlich hat aber das oberste Fünftel einen weit größeren Teil des Kuchens für sich, während dem unteren Fünftel ein wesentlich kleinerer Anteil zufällt. Wie groß die Unterschiede zwischen beiden Seiten sind, sagt einiges über die soziale Balance in einer Gesellschaft aus.

Deutschland erscheint unter diesem Blickwinkel noch immer als Land mit relativ ausgewogenen sozialen Verhältnissen: Auf das reichste Fünftel entfallen 39,6 % der Einkommen, auf das ärmste 7,6. Dazwischen liegt eine breite Mittelschicht. In Schweden oder in einigen Staaten Osteuropas sind die Unterschiede allerdings noch geringer. Schon viel deutlicher ausgeprägt ist die Ungleichheit beim Einkommen in Indien, Russland oder China. Während dort ein Teil der Gesellschaft von wirtschaftlicher Aufwärtsentwicklung profitiert, leben große Teile vor allem der ländlichen Bevölkerung in ärmlichen Verhältnissen. Noch stärker neigt sich die Waage in den USA zu den Spitzenverdienern hin: Dort gehen fast 47 % der Einkommen an das obere Fünftel und nur 5,2 % an das untere Fünftel der Gesellschaft. Kennzeichen von Ländern wie Brasilien oder Südafrika schließlich ist das Fehlen einer starken, in gesicherten Verhältnissen lebenden Mittelklasse. Extreme Armut und üppige Einkommen stehen daher fast unvermittelt nebeneinander.

Ausgabe: 04/2022
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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