Internationale Klimadiplomatie

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Infografik Nr. 665052

Das ZAHLENBILD stellt in einem Zeitstrahl die Stationen der Klimadiplomatie seit 1992 dar und erläutert die Bemühungen der Staatengemeinschaft, verbindliche Klimaziele festzulegen. Direkt herunterladen!

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Die UN-Klimakonferenzen sind die jährlichen Höhepunkte der Weltklimadiplomatie. Auf... mehr
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Die UN-Klimakonferenzen sind die jährlichen Höhepunkte der Weltklimadiplomatie. Auf ihnen sollen sich die teilnehmenden Staaten jeweils auf ein Abschlussdokument einigen, das im Dialog zwischen Klima-Experten, Regierungsvertretern und Nichtregierungsorganisationen gewachsen ist, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand aufnimmt und politische Prozesse für den Klimaschutz in Gang setzt.

Die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung erarbeitete mit der Klimarahmenkonvention 1992 in Rio de Janeiro die völkerrechtliche Vertragsgrundlage für den internationalen Klimaschutz. Deren Unterzeichner verpflichteten sich, die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre zu stabilisieren und die Folgen der globalen Erwärmung zu mildern. Ein Jahr nach In-Kraft-Treten der Konvention beschlossen die Vertragsstaaten auf ihrer ersten Konferenz (Conference of the Parties, COP) in Berlin, ein rechtlich verbindliches Dokument zur Reduktion der Treibhausgasemissionen auszuhandeln. In zweijähriger Arbeit entstand das Kyoto-Protokoll, das den Industrieländern nationale Reduktionsziele für den Zeitraum 2008-2012 auferlegte und dessen Verabschiedung 1997 trotz aller Kritik als Meilenstein der internationalen Klimapolitik gilt. Es brauchte die nachfolgenden Konferenzen von Buenos Aires bis Marrakesch, um die konkreten Details auszugestalten. Erst 2005 trat das Protokoll in Kraft. Im selben Jahr berieten die Vertragsstaaten schon über die Fortsetzung des Kyoto-Prozesses. Dessen Verlängerung bis 2020 wurde 2012 in Doha beschlossen. Allerdings waren die daran teilnehmenden Industriestaaten für weniger als 15 % des globalen Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Für die Entwicklungs- und Schwellenländer galten keine völkerrechtlich bindenden Klimaschutzverpflichtungen, obwohl ihre Emissionswerte rasch ansteigen (auch wenn sie pro Kopf immer noch deutlich unter denen der Industriestaaten liegen).

Dies änderte sich mit dem Ende 2015 beschlossenen Pariser Klimaabkommen, das 2020 in Kraft trat: Das Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und Emissionen zu senken, ist nun auch für die Entwicklungs- und Schwellenländer verpflichtend. Dabei werden die spezifischen Probleme der Entwicklungsländer anerkannt. Um sie beim Klimaschutz zu unterstützen, wurde bereits 2010 in Cancun ein Grüner Klimafonds beschlossen. Spätere Gipfel konkretisierten das Pariser Abkommen. Klimaexperten kritisierten diese Vereinbarungen aber als nicht ausreichend. Die USA, einer der größten Emittenten weltweit, traten unter Donald Trump Ende 2020 aus dem Pariser Abkommen aus, kehrten aber nach dem Wahlsieg Joe Bidens Anfang 2021 wieder zurück.

Ausgabe: 01/2022
Reihe: 53
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