Landnahme

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Infografik Nr. 678141

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In den letzten Jahren haben Staaten, internationale Unternehmen und Finanzmarktakteure massiv in den Erwerb von Bodenrechten in den Ländern der Dritten Welt und in Osteuropa investiert. Zu den treibenden Faktoren dieses „Landhungers“ gehören • der Bedarf an Nahrungsmitteln und sonstigen Agrarrohstoffen für eine wachsende Bevölkerung, • die steigenden Nahrungsmittelpreise, • der Wasserbedarf für die Agrarproduktion, • der expandierende Markt für Biotreibstoffe und • die Spekulation auf Boden. Agrarinvestitionen in den Entwicklungsländern bieten durchaus Chancen, sofern sie die Produktivität steigern und der dort ansässigen Bevölkerung zugutekommen. Doch die Landaneignung durch internationale Investoren erfolgt oft in ausbeuterischer Form – ohne Einbeziehung der lokalen Bevölkerung und ohne Rücksicht auf soziale, ökonomische oder ökologische Folgen –, wofür der Begriff „Land Grabbing“ geprägt wurde.

Zuverlässige Daten zum Phänomen des Land Grabbing sind allerdings rar. Um dafür Abhilfe zu schaffen, haben mehrere entwicklungspolitische Organisationen, darunter die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Datenbank Land Matrix gegründet. Sie sammelt Informationen über Landtransaktionen, bei denen Nutzungs- oder Besitzrechte an großen Landflächen (mindestens 200 Hektar) durch Verkauf, Pacht oder Konzession übertragen werden. Für den Zeitraum von 2000 bis 2017 zählte Land Matrix bislang 1385 internationale Landgeschäfte, die vertraglich besiegelt wurden. Zielländer dieser insgesamt fast 50 Mio Hektar umfassenden Landinvestitionen sind häufig arme Staaten mit schwachen bodenrechtlichen Institutionen. So liegt der Schwerpunkt der Investitionen in Afrika südlich der Sahara. Als Ursprungsländer der Investitionen treten Industriestaaten, aber auch reiche Ölstaaten und einige aufstrebende Schwellenländer in Erscheinung. Vorwiegend werden landwirtschaftliche Zwecke verfolgt, meist der Anbau von Nahrungsmitteln, aber auch von Biotreibstoffen und (insbesondere in Asien) von Ölpalmen. Die Mehrzahl der Investitionen wird von privaten Unternehmen getätigt.

Die vorliegenden Daten zeigen auch, dass sich das Interesse der Investoren vorzugsweise auf Ländereien mit bereits hohen Erträgen richtet und sie daher kaum zur Produktivitätssteigerung beitragen. Die lokalen Kleinbauern sind der ausländischen Konkurrenz in der Regel nicht gewachsen, wodurch der Entwicklung einer nationalen Landwirtschaft buchstäblich der Boden entzogen wird. Als Reaktion auf das Phänomen der Landnahme hat die UNO im Jahr 2012 Leitlinien zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Landpolitik aufgestellt. Die Leitlinien sind jedoch freiwillig und blieben bisher praktisch wirkungslos.

Reihe: 53
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Ausgabe: 10/2017
Seltene Erden Seltene Erden
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Die Wirtschaft Brasiliens Die Wirtschaft Brasiliens
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Waffenkontrolle in den USA Waffenkontrolle in den USA
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Das politische System Venezuelas Das politische System Venezuelas
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Die Wirtschaft Venezuelas Die Wirtschaft Venezuelas
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Importzölle Importzölle
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Handelsbeziehungen der USA Handelsbeziehungen der USA
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Landwirtschaft in der EU Landwirtschaft in der EU
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Öko-Landwirtschaft im Vergleich Öko-Landwirtschaft im Vergleich
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Kommanditgesellschaft 01/1998 Kommanditgesellschaft 01/1998
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Bürgerkrieg in Syrien Bürgerkrieg in Syrien
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Palmöl Palmöl
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Finanzmärkte und Realwirtschaft Finanzmärkte und Realwirtschaft
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Die Finanz- und Wirtschaftskrise Die Finanz- und Wirtschaftskrise
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Auswirkungen des Klimawandels Auswirkungen des Klimawandels
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Palmöl Palmöl
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Die Welt des Kaffees Die Welt des Kaffees
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Plastikabfall im Meer Plastikabfall im Meer
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Die Welt-Energievorräte Die Welt-Energievorräte
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Umweltbewusstsein in Deutschland Umweltbewusstsein in Deutschland
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