Die Wirtschaft der USA

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Die Grundlagen der US-amerikanischen Wirtschaftsmacht sind ein riesiges, rohstoffreiches Staatsgebiet und eine Bevölkerung von mehr als 327 Mio Menschen (2018), die nicht nur einen großen Binnenmarkt bilden, sondern auch ein reiches Potenzial an hochproduktiven Arbeitskräften stellen.

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Die USA sind nach wie vor die größte Volkswirtschaft der Welt, auch wenn ihr Anteil an der Weltwirtschaftsleistung abnimmt – eine Folge des Aufstiegs der Schwellenländer, vor allem Chinas. Die Grundlagen der US-amerikanischen Wirtschaftsmacht sind ein riesiges, rohstoffreiches Staatsgebiet und eine Bevölkerung von mehr als 327 Mio Menschen (2018), die nicht nur einen großen Binnenmarkt bilden, sondern auch ein reiches Potenzial an hochproduktiven Arbeitskräften stellen. Die Wirtschaftsstruktur ist typisch für eine entwickelte Volkswirtschaft: Dienstleistungen erbrachten 2017 mit schätzungsweise 80 % den weitaus größten Anteil des Bruttoinlandsprodukts, die Industrie steuerte rund 19 % bei und die Landwirtschaft 1 %.

Das Ideal der freien Marktwirtschaft ist in den USA stärker ausgeprägt als in Europa. Individuelle Freiheit hat einen hohen Stellenwert, staatliche Eingriffe in das Leben der Bürger werden mit Skepsis betrachtet. Im Laufe der US-Wirtschaftsgeschichte machten Krisen und Marktversagen allerdings immer wieder staatliche Eingriffe notwendig: • In der Laissez-faire-Wirtschaft im industriellen Aufschwung nach dem Bürgerkrieg (ab 1865) bildeten sich Monopole und Kartelle, die hohe Preise diktierten und die Löhne auf Hungerniveau drückten. Der Staat musste mit Anti-Monopolgesetzen in die Wirtschaft eingreifen, um freien Wettbewerb zu garantieren. • Auf die Weltwirtschaftskrise („Great Depression“) der 1930er Jahre reagierte Präsident Franklin D. Roosevelt mit Sozialreformen und staatlichen Konjunkturprogrammen („New Deal“). • Basierend auf den Lehren aus der Weltwirtschaftskrise setzten die US-Präsidenten in der Nachkriegszeit auf staatliche Nachfragepolitik, um die Wirtschaft anzuheizen (Keynesianismus). • Anfang der 1970er Jahre führten die Ölkrise, stagnierendes Wachstum und Inflation zu einem Paradigmenwechsel: Die Antwort Präsident Ronald Reagans auf die Krise bestand nun in einem Rückzug des Staates, in Privatisierung und Deregulierung (Neoliberalismus). • Die Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007, welche die USA in eine Rezession stürzte, erforderte wieder die helfende Hand des Staates: Mit Gesetzen zur Regulierung des Finanzmarktes, Konjunkturspritzen und flankiert von einer lockeren Geldpolitik der US-Zentralbank gelang unter Barack Obama eine Erholung, wovon aber erst sein Nachfolger Donald Trump politisch profitierte.

Ein strukturelles Problem bleibt indes das seit Jahrzehnten hohe Leistungsbilanzdefizit, verursacht vor allem durch ein Handelsbilanzdefizit, denn die USA importieren mehr Waren als sie exportieren. Finanziert wird das Defizit durch ausländische Kapitalzuflüsse. Über die Jahre wuchsen so die Verbindlichkeiten.

Ausgabe: 07/2019
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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