Afrikanische Union

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Infografik Nr. 880023

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Seit dem Ende der Kolonialzeit gab es in Afrika immer wieder Versuche, die Idee der panafrikanischen Gemeinschaft für die Lösung politischer und wirtschaftlicher Probleme zu mobilisieren, die von einzelnen Ländern nicht zu bewältigen waren. Letztlich scheiterten diese Versuche aber stets an den auseinanderstrebenden Interessen der afrikanischen Staaten. Das galt auch für die 1963 gegründete Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU), hinter deren Prinzipien – Gleichrangigkeit aller Mitglieder, Nichteinmischung in innere Angelegenheiten, Souveränität und territoriale Integrität jedes Staates innerhalb seiner kolonialen Grenzen – sich Regime jeder Art verschanzen konnten und die sich oft nur in der Verurteilung des Kolonialismus und der Apartheid in Südafrika einig war.

Zur Überwindung der drängenden Probleme Afrikas – Konflikte, Staatszerfall, Misswirtschaft und Umweltzerstörung, Armut und Hunger, AIDS und Übervölkerung – leistete die OAU kaum einen Beitrag. Vor diesem Hintergrund wurden Ende der 1990er Jahre zwei Initiativen gestartet, die dem afrikanischen Kontinent aus seiner Stagnation heraushelfen sollten: • Das Entwicklungsprogramm NEPAD (New Partnership for Africa’s Development), das sich zu einer nüchternen Bestandsaufnahme der „afrikanischen Krankheit“ durchrang und die Eigenverantwortung der Afrikaner betonte, aber auch massive finanzielle Hilfe der Industrieländer einfordert, und • die Gründung der Afrikanischen Union (AU) als Nachfolgerin der OAU.

Der Übergang zur AU wurde 1999 beschlossen, der eigentliche Start erfolgte 2002 in Durban (Südafrika). Heute gehören der AU alle 55 Staaten des afrikanischen Kontinents an. Marokko war 1984 ausgetreten, weil die von Rabat als abtrünnige Provinz betrachtete West-Sahara von der OAU als Staat anerkannt wurde, kehrte jedoch 2017 in die AU zurück – ungeachtet des weiterhin offenen Disputs über die West-Sahara. Die Ziele der AU umfassen u.a. den Schutz der Menschenrechte und die Förderung von Demokratie und „guter Regierung“. Anders als die OAU sieht die AU auch ein Interventionsrecht vor, wenn ein Mitgliedstaat Völkermord, Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht. Ein Staat kann auch eine Intervention der AU beantragen. Auf dieser Grundlage entsandte die AU 2005/06 erste Militärmissionen in den Sudan und nach Somalia. Zurzeit baut sie eine ständige Einsatztruppe auf, die Aufgaben der Friedenssicherung und der Hilfe bei Naturkatastrophen übernehmen soll. Auf wirtschaftlichem Gebiet laufen Verhandlungen über eine kontinentale afrikanische Freihandelszone (CFTA). 2015 wurde bereits die Errichtung der Freihandelszone TFTA beschlossen, die 26 Staaten umfassen soll.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2017
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