China in Afrika

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Infografik Nr. 880115

China in Afrika

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China in Afrika

In den letzten Jahren hat China seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Afrika massiv ausgeweitet. Seit 2000 ist es der größte Handelspartner Afrikas; mit einem Handelsvolumen von 135 Mrd US-$ entfielen auf China 2015 rund 15 % des gesamten Warenhandels mit dem afrikanischen Kontinent. Das war mehr als das Doppelte des Anteils der beiden nächstgrößten Handelspartner, Frankreich und die USA (jeweils ca. 6 %). Auch als Investor nimmt die Bedeutung Chinas zu: Zwar sind die größten Investorenländer in Afrika nach wie vor westliche Industriestaaten (Großbritannien, Frankreich, USA). Doch China lag 2014 mit einem Bestand an Direktinvestitionen von 32 Mrd US-$ schon an vierter Stelle und hatte Südafrika als das am stärksten in Afrika investierende Schwellenland überholt. Hinzu kommen Darlehen chinesischer Banken, insbesondere für Infrastrukturprojekte. Begleitet werden Chinas Investitionen außerdem von einem Zustrom chinesischer Arbeiter und Unternehmer, deren Zahl auf über eine Million geschätzt wird.

Die Motive für Chinas Engagement in Afrika sind in erster Linie • ökonomische: Einerseits dient Afrika als Absatzmarkt für chinesische Produkte wie Autos oder Textilien. Vor allem aber sind es Afrikas Rohstoffe – Erdöl, Erdgas, Erze und Metalle –, die der Wirtschaftsriese China für sein Wachstum braucht. Den Fokus auf Rohstoffe zeigen auch die Direktinvestitionen chinesischer Unternehmen: Sie konzentrieren sich auf die Öl- und Gasexporteure Algerien, Nigeria, Sudan und Angola sowie auf die Bergbauländer Sambia, die Demokratische Republik Kongo und Simbabwe. 2014 lagen die Bestände chinesischer Direktinvestitionen in diesen Ländern zwischen 1,0 und 2,5 Mrd US-$. Das Land mit den weitaus größten Beständen (rund 6,0 Mrd US-$) war Südafrika. Neben wirtschaftlichen Interessen verfolgt China auch • politische Ziele in Afrika: Für seine Außenpolitik sucht China die Unterstützung afrikanischer Länder in multilateralen Foren wie den UN. Und vom wirtschaftlichen Erfolg afrikanischer Autokratien erhofft sich Peking Werbung für das sogenannte „chinesische Modell“ ökonomischer Entwicklung ohne Demokratisierung.

Aus dem Westen wird daher kritisiert, dass China seine Entwicklungshilfe nicht an die Bedingungen von Demokratie und Rechtsstaat knüpft. In Afrika indes wird Chinas Rolle laut Umfragen überwiegend positiv gesehen. Chinas Investitionen haben zu Wirtschaftswachstum und sinkender Armut beigetragen. Zudem verbessern sie die Standortbedingungen durch den Ausbau der Infrastruktur; chinesische Firmen bauen Straßen, Brücken, Häfen und Kraftwerke. Sie verdrängen allerdings auch afrikanische Unternehmen, die mit den wettbewerbstärkeren Firmen aus China nicht konkurrieren können.

Ausgabe: 11/2016
Reihe: 53
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Reihentitel: Zahlenbilder
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