Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

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Infografik Nr. 370585

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Die Anfänge der Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland entwickelten sich vor dem Hintergrund der weltweit aufkommenden Klimaschutzdebatte ...

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Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Die Anfänge der Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland entwickelten sich vor dem Hintergrund der weltweit aufkommenden Klimaschutzdebatte in den 1980er Jahren. Gesetzlich wurde die Förderung erstmals im Stromeinspeisungsgesetz von 1990 geregelt. Es verpflichtete die Energieversorger, vorrangig Strom aus erneuerbaren Energien abzunehmen und erlaubte ihnen, die dafür anfallenden Kosten an die Endverbraucher weiterzugeben. Der Anteil des einzuspeisenden Ökostroms wurde auf 5 % gedeckelt. Daran anknüpfend beschloss die rot-grüne Koalition 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es hob den 5-%-Deckel auf und garantierte den Produzenten von Ökostrom eine vorrangige Abnahme durch die Energieversorger, und zwar zu festen Vergütungssätzen für die nächsten zwanzig Jahre. Damit sollten Anreize für Investitionen in Ökostrom-Anlagen geschaffen und die Einführung der erneuerbaren Energien auf dem Strommarkt erleichtert werden. Die Kosten für die Differenz zwischen dem Marktpreis und den fixen Vergütungssätzen durften die Energieversorger auf die Kunden umlegen (EEG-Umlage).

Das EEG hatte einen rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien zur Folge. Lag deren Anteil am Bruttostromverbrauch im Jahr 2000 bei nur 6 %, stieg er bis 2014 auf 25 %. Der rasche Ausbau ließ aber auch die EEG-Umlage steigen. Denn durch den zunehmenden Bau von Solaranlagen, Windrädern und Biogasanlagen fielen insgesamt mehr Förderkosten an. Zudem sank durch das wachsende Angebot der Börsenpreis für Ökostrom, die Differenz zum garantierten Abnahmepreis wurde damit größer. Die EEG-Umlage stieg von 0,19 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2000 auf 6,24 Cent in 2014 und trieb den Strompreis für die Endverbraucher nach oben. Um den Preisanstieg zu dämpfen, verabschiedete die schwarz-rote Koalition 2014 die vierte EEG-Reform (nach den drei Novellen von 2004, 2009 und 2012). Die Reform beschränkt den Zubau von Ökostrom-Anlagen und legt dazu konkrete Ziele fest (sog. Ausbaukorridore). Der Schwerpunkt des Ausbaus wird auf kostengünstigere Energien wie Windenergie an Land und Photovoltaik gelegt. Insgesamt wird eine Liberalisierung des Ökostrom-Marktes angestrebt: Die Fördersätze werden stufenweise abgesenkt und der Zwang zur Direktvermarktung erhöht.

Auf der anderen Seite wird die Belastung der Stromverbraucher durch die EEG-Umlage neu austariert. Großindustrielle Unternehmen, die viel Strom verbrauchen und im internationalen Wettbewerb stehen, erhalten – wie der Schienenverkehr – zwar weiterhin umfangreiche Vergünstigungen, sind aber nicht ganz von der Umlage befreit. Außerdem müssen sich Eigenversorger stärker an der EEG-Umlage beteiligen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 10/2014
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