Der private Wasserverbrauch

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Infografik Nr. 373115

Wasserverbrauch im Haushalt

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Wasserverbrauch im Haushalt

Der Trinkwasserbedarf der Haushalte hat mit den wachsenden hygienischen Ansprüchen und der fortschreitenden Technisierung des privaten Lebensbereichs in den letzten zwei Jahrhunderten stark zugenommen. Im vorindustriellen Zeitalter benötigte der Mensch nur zwischen 10 und 30 Liter Wasser am Tag für seine persönlichen Bedürfnisse. 1950 belief sich der Pro-Kopf-Verbrauch im damaligen Bundesgebiet bereits auf 85 Liter. Bis 1990 kletterte er in großen Schritten auf nahezu 150 Liter täglich. Seitdem ist der Verbrauch allerdings rückläufig: Durch die steigenden Wasser- und Abwassergebühren aufgeschreckt, schränkten die Haushalte ihre Wasserentnahme deutlich ein. Nach vorläufigen Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft belief sich der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch der deutschen Haushalte (einschl. Kleingewerbe) 2011 noch auf rund 121 Liter am Tag.

Von dieser Wassermenge (ohne den kleingewerblichen Verbrauchsanteil) werden lediglich 4% zum Kochen oder für die Zubereitung von Getränken benötigt. Wichtigster Verwendungszweck – mit einem Anteil von 40% – ist die Körper- und Gesundheitspflege (Waschen, Baden, Duschen, Zähneputzen). Auf das Wäschewaschen entfallen 13%, aufs Geschirrspülen 6%. Zum Putzen, für die Autowäsche und im Garten werden zusammen 7% des Wassers verbraucht. Die übrigen 30% laufen durch die Toilette ab.

Nach Schätzungen von Umweltexperten ließe sich der tägliche Wasserverbrauch ohne Komfortverzicht auf 90 bis 100 Liter drosseln. Die Mittel dazu reichen von veränderten Gewohnheiten (beim Zähneputzen Wasser abstellen, duschen statt baden) über technische Maßnahmen (WC mit Sparspülung, Durchflussbegrenzer in den Armaturen, wassersparende Wasch- und Spülmaschinen) bis zum Einbau von Wohnungs-Wasserzählern, die eine verbrauchsgerechte Zuordnung der Wasserkosten ermöglichen. Auch eine stärkere Nutzung des Regenwassers könnte Trinkwasser sparen helfen.

In Deutschland herrscht zwar kein akuter Wassermangel. Das jährlich verfügbare Wasserdargebot von rund 188 Milliarden m³ wird nur zu knapp einem Fünftel genutzt. Doch können jahreszeitlich und regional durchaus Engpässe auftreten, so dass Wassersparen weiterhin sinnvoll ist. Die Wasserwirtschaft sieht aber zunehmend Probleme im sinkenden Wasserverbrauch. So müssen die Fixkosten der häufig überdimensionierten Anlagen auf die geringere Wassermenge umgelegt werden. Und um die Wasserqualität auch bei geringerem Durchfluss zu erhalten, sind Maßnahmen (wie das Durchspülen der Rohrnetze) erforderlich, die zusätzliche Kosten verursachen.

Reihe: 53
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Ausgabe: 12/2012
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