Wohnungslos - warum?

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Wohnungslos – warum?

Der Verlust der eigenen Wohnung ist für die davon betroffenen Menschen ein tief einschneidendes Ereignis. Zwar kommt er in der Regel nicht ganz überraschend ...

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Wohnungslos – warum?

Der Verlust der eigenen Wohnung ist für die davon betroffenen Menschen ein tief einschneidendes Ereignis. Zwar kommt er in der Regel nicht ganz überraschend. Aber wer die bisherige Wohnung dann verlassen muss, ohne ein neues Mietverhältnis in Aussicht zu haben, befindet sich in einer akuten Notlage. Eine Anlaufstelle für solche Notfälle sind die sozialen Dienste und öffentlichen Einrichtungen, die sich in der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) zusammengeschlossen haben. Sie konnten 2011 rund 25000 Betroffenen eine Unterkunft oder Beratung anbieten und damit Wohnungslose vor der Obdachlosigkeit bewahren.

Wohnungslose sind Menschen, die über keinen mietrechtlich abgesicherten Wohnraum verfügen, sei es, dass sie sich in Heimen, Anstalten, Notunterkünften, Asylen oder Frauenhäusern aufhalten, vorübergehend in Billigpensionen untergekommen sind, bei Freunden, Bekannten und Verwandten Aufnahme gefunden haben, oder – im Extremfall – auf der Straße leben. Die BAGW schätzt, dass sich in Deutschland rund 250000 Menschen ohne Mietvertrag arrangieren müssen. Mehr als 20000 haben gar kein Dach über dem Kopf. Bis 2015 könnte die Zahl der Wohnungslosen auf 270000 bis 280000 ansteigen.

Der Auslöser für den Verlust der bisherigen Wohnung ist häufig in den familiären Verhältnissen zu finden. Wie aus den Angaben von etwa 14000 Ratsuchenden hervorgeht, sahen sich 24% durch eine Trennung vom Lebenspartner oder als Opfer häuslicher Gewalt zum Auszug genötigt. In 13% der Fälle verließen junge Leute das Elternhaus, ohne eine eigene Wohnung beziehen zu können.

Die Gefahr, die Wohnung zu verlieren, steht in einem engen Zusammenhang mit Beschäftigungssituation der Betroffenen: 89% der Hilfesuchenden waren ohne Arbeit und 25% verfügten über kein eigenes Einkommen. In 14% der Fälle führten Miet- und Energieschulden zur Aufhebung des Mietverhältnisses. Nicht selten hat der soziale Absturz seine Spuren hinterlassen und erschwert die Integration der Wohnungsuchenden, die häufig nicht zum ersten Mal ohne Bleibe sind: 7% berichteten über Konflikte mit dem Wohnumfeld; 11% verloren ihre Wohnung auf Grund eines Haftantritts.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 12/2012
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