Biosphärenreservate in Deutschland

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Biosphärenreservate

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Biosphärenreservate

Im Rahmen des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ entsteht seit Mitte der 1970er Jahre ein weltweites Netz von großflächigen, geschützten Natur- und Kulturlandschaften, sogenannten Biosphärenreservaten. In diesem Netz sollen möglichst alle wesentlichen Ökosystemtypen und biologisch-geographischen Lebensräume vertreten sein, so dass es die ökologische und landschaftliche Vielfalt unseres Planeten – von der nordafrikanischen Sandwüste bis zum tropischen Regenwald und von den Laubwäldern Mitteleuropas bis zur arktischen Tundra – exemplarisch widerspiegelt. Derzeit bestehen 621 Biosphärenreservate in 117 Ländern der Erde. In Deutschland gibt es 16 Biosphärenreservate (mit einer Gesamtfläche von 1,85 Mio Hektar). 1998 wurde das „Biosphärenreservat“ als eigener Schutzgebietstyp in das deutsche Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen.

Biosphärenreservate haben eine dreifache Funktion: In ihrer • Schutzfunktion tragen sie dazu bei, die Landschaft, den Artenreichtum der Pflanzen- und Tierwelt und die natürliche Funktionsfähigkeit der Ökosysteme zu erhalten. Die deutschen Biosphärenreservate sind deshalb zu großen Teilen auch als Landschafts- oder Naturschutzgebiete ausgewiesen. Die Besonderheit der Biosphärenreservate liegt aber in ihrer • Entwicklungsfunktion, die auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Natur abzielt: Dabei geht es zum einen um die Erhaltung traditioneller Kulturlandschaften, zum anderen sollen neue Konzepte nachhaltiger Nutzung und Bewirtschaftung erprobt werden, die auch über die engeren regionalen Grenzen hinaus beispielhaft wirken können. Schließlich haben die Biosphärenreservate eine • unterstützende Funktion. Sie sind Teil eines Netzes zur langfristigen Beobachtung natürlicher Ökosysteme (Umwelt-Monitoring). Die Umweltforschung nutzt sie, um Aufschlüsse über den Aufbau, das Wirkungsgefüge und die Veränderungen natürlicher und vom Menschen beeinflusster Ökosysteme zu gewinnen. Und sie spielen auch eine wichtige Rolle als Ort, an dem Umweltwissen und -erfahrung vermittelt werden.

Biosphärenreservate gliedern sich je nach den örtlichen Verhältnissen in drei Zonen: Die Kernzone dient ausschließlich dem Schutz der natürlichen oder durch menschliche Einflüsse nur minimal gestörten Ökosysteme. Meist ist sie von einer Pufferzone (Pflegezone) umgeben, die das streng geschützte Kerngebiet vor schädigenden Einflüssen abschirmen soll. Umweltverträgliche Nutzungen, auch ein „sanfter Tourismus“, sind dort erlaubt. Kern- und Pufferzone sind schließlich noch von einer Entwicklungszone umgeben, die auch traditionell genutzte Landschaften einschließt und für touristische Aktivitäten offensteht.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2014
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