Die Organisation des Völkerbunds 1920- 1946

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Infografik Nr. 609310

Die bis ins 17. Jh. zurückreichende Idee eines den Frieden sichernden Zusammenschlusses der Nationen wurde nach dem Ersten Weltkrieg erstmals verwirklicht. In seinem Vierzehn-Punkte-Programm vom Januar 1918‚ das von den Verbündeten als Grundlage der Friedensverhandlungen anerkannt werden musste‚ hatte der amerikanische Präsident Woodrow Wilson die Errichtung eines Völkerbundes proklamiert.

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Die bis ins 17. Jh. zurückreichende Idee eines den Frieden sichernden Zusammenschlusses der Nationen wurde nach dem Ersten Weltkrieg erstmals verwirklicht. In seinem Vierzehn-Punkte-Programm vom Januar 1918‚ das von den Verbündeten als Grundlage der Friedensverhandlungen anerkannt werden musste‚ hatte der amerikanische Präsident Woodrow Wilson die Errichtung eines Völkerbundes proklamiert. Dieser sollte den Interessen der Völkergemeinschaft gegenüber dem machtpolitischen Egoismus der Nationalstaaten zum Durchbruch verhelfen. Von einem Ausschuss der Pariser Friedenskonferenz wurde im Februar 1919 die Satzung des Völkerbunds ausgearbeitet‚ die das Plenum nach mehreren Änderungen im April annahm. In dieser Fassung wurde sie zum Bestandteil der Friedensverträge‚ zuerst des am 28.6.1919 unterzeichneten Versailler Vertrags mit dem Deutschen Reich (Art. 1-26). Am 10.1.1920 trat sie in Kraft.

Obwohl die idealistische Konzeption Wilsons vor allem bei den europäischen Weltkriegsverbündeten auf Vorbehalte stieß und schließlich nur zum Teil umgesetzt werden konnte‚ übertrug die Satzung des Völkerbunds die Grundsätze des Parlamentarismus‚ des Pluralismus und der Verfassungsmäßigkeit erstmals auch auf die internationale Ebene. Sie eröffnete den Einstieg in eine multilaterale Weltpolitik. Allerdings wurden ihre Prinzipien im Verhältnis der Staaten untereinander noch zu wenig ernst genommen. Dies führte letztlich zum Scheitern des Völkerbunds – mehr als die unverkennbaren Mängel der Organisation oder das Fehlen einer Exekutivgewalt. Die Zielsetzungen des Völkerbunds – Rüstungsbeschränkung‚ friedliche Konfliktlösung‚ Garantie der territorialen Unverletzlichkeit und politischen Unabhängigkeit aller Nationen‚ Einbindung der Mitgliedstaaten in ein kollektives Sicherheitssystem – blieben gleichwohl auf der weltpolitischen Tagesordnung. Und auch die Ansätze zu einer internationalen Zusammenarbeit z.B. in sozialen‚ wirtschaftlichen oder gesundheitspolitischen Fragen gingen nicht gänzlich verloren.

In einer Anlage zum Versailler Vertrag waren 32 Staaten‚ die Sieger des Ersten Weltkriegs‚ als „ursprüngliche Mitglieder“ des Völkerbunds aufgeführt. 13 weitere‚ neutrale Staaten wurden zur Mitgliedschaft eingeladen. Tatsächlich zählte der Völkerbund anfänglich 42 Mitglieder. Es fehlten ausgerechnet die USA‚ da der Senat die Ratifizierung des Vertrags ablehnte. Deutschland blieb bis 1926 ausgeschlossen. Jedes Mitglied hatte Sitz und Stimme in der Bundesversammlung; Beschlüsse mussten einstimmig gefasst werden. Der Völkerbundsrat als zweites Hauptorgan war mit den gleichen Kompetenzen ausgestattet wie die Versammlung. Er setzte sich aus bis zu fünf ständigen und bis zu 11 nichtständigen Mitgliedern zusammen.

Reihe: 53
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Ausgabe: 10/2018
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