Offene Stellen

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Infografik Nr. 258250

Trotz der Risiken durch den Brexit und die globalen Handelskonflikte und trotz der schon spürbaren Verlangsamung des Wachstumstempos blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften Ende 2018 erstaunlich hoch. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

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Nach Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2010 ging die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt über lange Jahre fast nur in eine Richtung: 2018 stieg die Zahl der Erwerbstätigen auf ein neues Rekordniveau; die jahresdurchschnittliche Zahl der Arbeitslosen sank mit 2,34 Mio auf einen Stand, wie er seit der deutschen Einigung noch nicht erreicht wurde. Parallel dazu mehrten sich die Meldungen über zunehmende Engpässe auf dem Arbeitsmarkt. Trotz der Risiken durch den Brexit und die globalen Handelskonflikte und trotz der schon spürbaren Verlangsamung des Wachstumstempos blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften Ende 2018 erstaunlich hoch.

Das geht aus einem aktuellen Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Das IAB versucht mit Hilfe regelmäßiger Betriebsbefragungen das gesamte Stellenangebot zu erfassen, d. h. auch diejenigen offenen Stellen, die nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet wurden. Dazu muss man wissen, dass die Arbeitgeber bei der Suche nach neuem Personal nur etwa die Hälfte der freien Stellen an die Arbeitsagenturen weitergeben. Nach vorläufigen Berechnungen des IAB waren im IV. Quartal 2018 insgesamt 1 458 000 Arbeitsplätze zu besetzen, davon 1 134 000 in Westdeutschland und 325 000 in Ostdeutschland. Gegenüber dem IV. Quartal des Jahres 2010 hatte sich die Zahl der offenen Stellen damit um rund 650 000 (82 %) erhöht. Zwar lag die Zahl der registrierten Arbeitslosen immer noch höher, aber auf eine offene Stelle kamen rechnerisch nur noch 1,5 Arbeitslose; 2010 lag dieses Verhältnis bundesweit noch bei 1 : 3,7. In Ostdeutschland verbesserte sich die Relation zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen im gleichen Zeitraum sogar von 1 : 6,1 auf 1 : 1,7. Der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland war somit weitgehend eingeebnet.

Dass die Personalnachfrage trotz wirtschaftlicher Eintrübung anhaltend hoch ist, lässt sich damit erklären, dass ein großer Teil der Stellenangebote auf Wirtschaftszweige entfällt, die nicht so stark auf konjunkturelle Schwankungen reagieren oder noch gut ausgelastet sind. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Wirtschaftszweige Information und Kommunikation, das Baugewerbe und die „sonstigen Dienstleistungen“ (zu denen u.a. die Pflegeberufe gehören) Ende 2018 besonders hohe Zuwächse an offenen Stellen. Was die geforderte Qualifikation angeht, waren vor allem Arbeitskräfte mit beruflicher Ausbildung gefragt (61 % der Stellenangebote). Jede sechste Stelle (17 %) setzte ein Fachhochschul- oder Hochschulstudium voraus. Aber für mehr als jede fünfte offene Stelle (22 %) kamen auch ungelernte Bewerber in Betracht.

Reihe: 53
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Ausgabe: 03/2019
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