Binationale Ehen in Deutschland

Binationale Ehen in Deutschland
42 Credits

Für Sie als Mitglied entspricht dies 4,20 Euro.

Infografik Nr. 021195

Bei der Wahl des Ehepartners oder der Ehepartnerin ist meist ein hohes Maß an Übereinstimmung gefragt. Binationale Ehen durchbrechen diesen Gleichklang zumindest im Hinblick auf die Staatsangehörigkeit. Deutsch-ausländische Paarungen machen über 10% aller Eheschließungen aus. Welche Kombinationen kommen am häufigsten vor?

Welchen Download brauchen Sie?

Mischehen, in denen sich Partner unterschiedlicher Nationalität oder Religion... mehr
Mehr Details zu "Binationale Ehen in Deutschland"

Mischehen, in denen sich Partner unterschiedlicher Nationalität oder Religion zusammenfinden, gelten als Gradmesser für die Aufnahmefähigkeit und Offenheit einer Gesellschaft und für die gelungene Eingliederung von Zuwanderern oder Minderheiten. Und nicht nur das: Sie sind selbst Teil sozialer und kultureller Wandlungsprozesse, die sie verstärken und weiter vorantreiben. Je mehr Männer und Frauen unterschiedlicher nationaler oder ethnischer Herkunft miteinander die Ehe eingehen und Familien gründen, desto weniger Platz ist für Vorurteile und Ablehnung. Allerdings können sich die kulturellen Unterschiede innerhalb solcher Mischehen auch als Herausforderung erweisen, denen die Beziehung auf Dauer nicht standhält.

Im Allgemeinen ist bei der Wahl des Ehepartners oder der Ehepartnerin ein hohes Maß an Übereinstimmung gefragt: Die meisten Paare verfügen über ähnliche Bildungsvoraussetzungen, unterscheiden sich altersmäßig nur um wenige Jahre, gehören der gleichen Religion oder Konfession an, haben die gleichen

kulturellen Wurzeln und die gleiche Nationalität. Binationale Ehen durchbrechen diesen traditionellen Gleichklang zumindest im Hinblick auf die Staatsangehörigkeit. Betrachtet man die Heiratsstatistik der Bundesrepublik, so überwiegen naturgemäß die Verbindungen zwischen deutschen Partnern, von denen viele aber auch schon einen Migrationshintergrund haben können. 2024 machten diese deutsch-deutschen Paarungen 85% der rund 349000 Eheschließungen aus. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bei jeder siebten Eheschließung wenigstens einer der Partner einen ausländischen Pass hatte. Der Anteil der binationalen Eheschließungen gemischt deutscher und ausländischer Paare lag bei knapp 12 %. Die bislang höchsten Anteile solcher Paarkonstellationen wurden kurz nach der Jahrtausendwende mit nahezu 16% erreicht. Ab 2007 pendelte sich der Anteil deutsch-ausländischer Eheschließungen zwischen 11 und 12% ein. Bei knapp 3% aller Eheschließungen hatten zuletzt (2024) beide Partner eine ausländische Staatsbürgerschaft.

Wie sich zeigt, sind die deutschen Männer eher bereit, eine Partnerin fremder Staatsangehörigkeit zu heiraten, als umgekehrt Frauen sich für einen ausländischen Ehepartner entscheiden. Und es werden unterschiedliche Vorlieben für Partner/-innen ausländischer Herkunft sichtbar. Deutsche Männer heirateten häufig Frauen aus der Türkei, aus Osteuropa und Südostasien (Thailand). Deutsche Frauen gingen hingegen öfter mit Türken, Italienern und anderen Westeuropäern sowie US-Amerikanern zum Standesamt.

Ausgabe: 01/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Zuletzt angesehen