Rohstoffentnahme aus der Natur

Rohstoffentnahme aus der Natur
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Infografik Nr. 126501

Wie stark die Natur in Deutschland beansprucht wird, ist eine der Fragen, die das Statistische Bundesamt im Rahmen seiner Umweltökonomischen Gesamtrechnungen zu beantworten versucht. Bei seinen Berechnungen nimmt es unter anderem die ökonomisch bedingten Materialflüsse ins Visier: Auf der einen Seite die Stoffe, die der Natur zu wirtschaftlichen Zwecken entnommen werden, auf der anderen Seite die nach Verarbeitung und Verbrauch wieder an die Natur abgegebenen Rest- und Schadstoffe.

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Um die Erde seinen Bedürfnissen dienstbar zu machen, greift der Mensch tief in den... mehr
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Um die Erde seinen Bedürfnissen dienstbar zu machen, greift der Mensch tief in den Naturhaushalt ein. Er entnimmt der Natur die Rohstoffe, die er im Wirtschaftsprozess zu Gütern verarbeitet oder verbraucht und gibt Rest- oder Schadstoffe wieder an die Natur ab. Inzwischen hat die Wirtschaftstätigkeit der Menschen eine solche Intensität erreicht, dass viele Rohstoffe bereits knapp zu werden drohen und die menschengemachten Umwelt- und Klimaschäden schon globale Ausmaße erreichen. Ein am Leitbild der Nachhaltigkeit orientierter, schonenderer Umgang mit der Natur ist deshalb geboten, wenn die Reichtümer der Erde auch den nachfolgenden Generationen noch zur Verfügung stehen sollen.

Wie stark die Natur in Deutschland beansprucht wird, ist eine der Fragen, die das Statistische Bundesamt im Rahmen seiner Umweltökonomischen Gesamtrechnungen zu beantworten versucht. Bei seinen Berechnungen nimmt es unter anderem die ökonomisch bedingten Materialflüsse ins Visier: Auf der einen Seite die Stoffe, die der Natur zu wirtschaftlichen Zwecken entnommen werden, auf der anderen Seite die nach Verarbeitung und Verbrauch wieder an die Natur abgegebenen Rest- und Schadstoffe.

Unter dem Aspekt der Materialentnahme ergibt sich dabei folgendes Bild: 2017 wurden der Natur im Inland 2 812 Millionen Tonnen feste Rohstoffe – Steine und Erden, Kohle, Erze, Getreide, Holz usw. – entzogen. Fast zwei Drittel davon (1 771 Mio Tonnen) blieben unverwertet; es handelte sich dabei um wirtschaftlich unergiebiges Material, das – wie der Abraum im Braunkohletagebau – bei der Rohstoffgewinnung anfiel. Verwertet wurden 1 041 Mio Tonnen. Hinzu kamen 668 Mio Tonnen, die in Form von Rohstoffen oder verarbeiteten Gütern aus dem Ausland importiert wurden. Die Sauerstoffentnahme für Verbrennungsprozesse belief sich auf 976 Mio Tonnen. Weitere 77 Mio Tonnen Sauerstoff dienten der Atmung von Menschen und Nutztieren.

Rechnet man den gesamtwirtschaftlichen Materialeinsatz auf die Bevölkerung um, wird das enorme Maß der Naturbeanspruchung anschaulicher fassbar: Je Einwohner wurden der Natur im Inland 2017 rund 34,0 Tonnen Rohstoffe entnommen. Davon entfielen 21,4 Tonnen auf Abraum, Bodenaushub und sonstige nicht verwertete Stoffe. Zur Verwertung dienten 3,4 Tonnen biotisches Material (pflanzlichen oder tierischen Ursprungs) sowie 9,2 Tonnen abiotisches Material (davon 2,2 Tonnen Energieträger und 7,0 Tonnen Mineralien, Steine, Sand, Kies, Erze usw.). In den Einfuhren waren weitere 8,1 Tonnen Material enthalten. Außerdem wurden für die wirtschaftlichen Prozesse 11,8 Tonnen Sauerstoff je Einwohner benötigt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2020
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