Biologische Vielfalt

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Infografik Nr. 126520

Eines der drei Übereinkommen, die auf dem „Erdgipfel“ von Rio 1992 verabschiedet wurden, setzt sich die Erhaltung der biologischen Vielfalt zum Ziel. Die deutsche Regierung beschloss 2007 eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, deren Umsetzung einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen wird.

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Eines der drei Übereinkommen, die auf dem „Erdgipfel“ von Rio 1992 verabschiedet wurden, setzt sich die Erhaltung der biologischen Vielfalt zum Ziel. Wie das Klima verändert sich auch die „Biodiversität“ unter dem Zugriff der wachsenden Menschheit: Die Bestandsgrößen und die Verbreitungsgebiete von Tier- und Pflanzenarten schrumpfen, viele sind vom Aussterben bedroht; natürliche Lebensräume werden beschnitten, zerteilt und ihrer Eigenart beraubt; die genetische Vielfalt der landwirtschaftlich genutzten Pflanzen und Tiere geht zurück. Und wie der Klimawandel wirkt auch der Rückgang der biologischen Vielfalt auf die Menschen zurück. Er gefährdet auf lange Sicht die Gewinnung von Nahrungsmitteln, natürlichen Fasern oder frischem Wasser und schwächt die Funktion von Ökosystemen z. B. beim Ausfiltern von Schadstoffen oder beim Schutz vor Naturkatastrophen. 2002 verpflichteten sich die Vertragsstaaten des Übereinkommens deshalb, den anhaltenden Verlust an biologischer Vielfalt bis 2010 deutlich zu verringern. Erreicht wurde dieses Ziel jedoch nicht. Begrenzten Erfolgen in Teilbereichen standen sogar massive Verschlechterungen auf anderen Gebieten gegenüber. Bei dem hochgesteckten Ziel, den ungehemmten Raubbau an der Natur durch nachhaltige Nutzung abzulösen, waren kaum Fortschritte zu verzeichnen. 

Die deutsche Regierung beschloss 2007 eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, deren Umsetzung einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen wird. Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie gilt der Artenvielfalt und der Landschaftsqualität. Sie zu erhalten oder zu verbessern soll durch nachhaltige Landnutzung, eine geringere Belastung der Ökosysteme und einen schonenden Umgang mit der Natur erreicht werden. Als zusammenfassender Indikator für den Zustand von Natur und Landschaft in Deutschland dient der sogenannte Vogelindex: In ihm spiegelt sich die Veränderung der Bestandsgrößen von 51 ausgewählten Brutvogelarten aus den wichtigsten Lebensraumtypen (darunter Wälder, Siedlungen, Agrarland). Verbessert sich die Qualität der Lebensräume, wächst der Bestand der ausgewählten Vogelarten und der Indexwert steigt. Der bisherige Verlauf des Index und seiner Teilgrößen lässt aber noch keine nachhaltige Verbesserung erkennen. Der zunächst für 2015 angestrebte und inzwischen auf das Jahr 2030 verschobene Zielwert von 100 wird nach den vorliegenden Daten weit verfehlt: 2015 erreichte der Gesamtindex nur einen Wert von 70. Ausschlaggebend dafür war die Entwicklung des Teilindex für das Agrarland, der sich (mit einem Wert von 59) besonders weit vom Ziel entfernte. Die Teilindikatoren für Siedlungen und Wälder hielten sich im letzten Jahrzehnt annähernd stabil oder verbesserten sich sogar, blieben aber ebenfalls noch deutlich unterhalb der Zielmarke.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2019
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