Gesundheitsberufe

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Infografik Nr. 141261

Gesundheitsberufe im Aufschwung

Folgt man den Daten des Statistischen Bundesamts, sorgt eine wachsende Personalausstattung im Gesundheitswesen dafür, dass den Kranken und Pflegebedürft ...

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Gesundheitsberufe im Aufschwung

Folgt man den Daten des Statistischen Bundesamts, sorgt eine wachsende Personalausstattung im Gesundheitswesen dafür, dass den Kranken und Pflegebedürftigen immer besser geholfen werden kann. Zwischen 2000 und 2009 stieg die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor um 15 % auf mehr als 4,7 Millionen. Im internationalen Vergleich verfügt die Bundesrepublik mit rund 11 % der zivilen Erwerbstätigen über mehr Gesundheitspersonal als der Durchschnitt der entwickelten Länder, auch wenn die Spitzenwerte der nordischen Staaten und der Niederlande nicht erreicht werden. Einschränkend ist zu bemerken, dass ein guter Teil des Personalzuwachses im letzten Jahrzehnt auf die Einstellung von Teilzeitkräften zurückgeht und die Beschäftigung in diesem überwiegend von Frauen besetzten Sektor generell durch einen hohen Teilzeitanteil gekennzeichnet ist.

Aber auch wenn man den Personalbestand in Vollzeitstellen umrechnet, können sich die Zahlen sehen lassen: Unter diesem Blickwinkel kommt man auf 3,6 Millionen Voll-Beschäftigte, davon 2,0 Millionen in den eigentlichen Gesundheitsdienstberufen und 0,3 Millionen in den sozialen Begleitberufen. Der Personalzuwachs 2000-2009 belief sich auf immer noch beachtliche 9 %. Überdurchschnittliche Zuwachsraten verzeichneten u.a. Physiotherapeuten, die im Zusammenspiel der medizinischen Fachkompetenzen eingesetzt werden, um Heilungsprozesse zu beschleunigen. Die Zahl der Krankenpflegehelfer, die in vielen Einrichtungen als kostengünstige Ergänzung des Pflegepersonals dienen, nahm stärker zu als die der examinierten Krankenpfleger/innen. Der Zuwachs bei den Altenpflegern spiegelt die personellen Anforderungen der Langzeitversorgung von immer mehr Menschen in höherem Alter. Eine Sonderstellung nehmen die Heilpraktiker ein, deren Zahl sich nahezu verdoppelte. Sie etablieren sich mit alternativen Heilmethoden neben den schulmedizinischen Gesundheitsberufen. In den akademischen Berufen gab es den größten Zuwachs bei den Ärzten, deren Vollzeit-Anzahl um rund 10 % anstieg.

Das insgesamt beruhigende Bild eines personell gut fundierten Gesundheitswesens wird allerdings durch die alarmierenden Prognosen einiger neuerer Studien gestört. So kamen die Unternehmensberatungsfirma PriceWaterhouseCoopers und das Darmstädter Institut Wifor zu dem Ergebnis, dass in Deutschland schon 2020 mehr als 55000 Ärzte und 140000 Pflegekräfte sowie sonstige nichtärztliche Fachkräfte fehlen. In einer zunehmend alternden Gesellschaft wächst nämlich einerseits der Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen, andererseits scheiden altersbedingt immer mehr Beschäftigte der Gesundheitsberufe aus, für die der Nachwuchs fehlt.

Ausgabe: 04/2011
Produktformat: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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