Verstädterung - gestern und morgen

Verstädterung - gestern und morgen
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Infografik Nr. 603142

In einem Langzeit-Szenario, das bis zum Jahr 2060 reicht, befassen sich Experten der OECD mit den künftigen Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft. Die heutigen Wachstumsraten werden sich nach ihrer Auffassung nicht halten lassen, wenn die Bereitschaft zu politischen und wirtschaftlichen Reformen erlahmt und alles so bleibt, wie es ist.

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Handel, Gewerbe und Verwaltung waren entscheidende Faktoren der Städtebildung im vorindustriellen Europa. Die Verstädterung im modernen Sinne – ein Vorgang, der nicht nur die Siedlungsweise, sondern die gesamten gesellschaftlichen Verhältnisse einbezieht – setzt aber erst mit der Industrialisierung im 18./19. Jahrhundert ein: Aus dem Elend des ländlichen Pauperismus strömten die Menschen in die rasch wachsenden gewerblich-industriellen Zentren, in denen sie, wenn auch unter kaum erträglichen Bedingungen, Arbeit fanden und existieren konnten. Die Stadtentwicklung wurde noch dadurch beschleunigt, dass der Ausbau des industriellen Sektors weitere Stellen im Handel, im Verkehrswesen, in den Dienstleistungsgewerben und in der Verwaltung nach sich zog.

Die Verstädterung in den heutigen Schwellen- und Entwicklungsländern vollzieht sich meist unter anderen Voraussetzungen. Als Folge der Landflucht jüngerer Menschen und auf Grund hoher Geburtenraten wächst die städtische Bevölkerung dort oft noch wesentlich rascher als einst in Europa oder Nordamerika. Das städtische Wachstum wird häufig aber nicht durch die Expansion des gewerblich-industriellen Sektors ausgelöst und wirtschaftlich abgesichert, sondern diese hinkt der Bevölkerungszunahme hinterher. Trotzdem bieten die Städte meist mehr Überlebensmöglichkeiten als die übervölkerten und übernutzten ländlichen Regionen und ziehen deshalb immer neue Zuwanderer an.

Nach Berechnungen der UN Population Division stieg die Anzahl der Stadtbewohner von 220 Mio im Jahr 1900 über 751 Mio (1950) auf 4,2 Mrd (2018). Bis zum Jahr 2050 wird ein weiterer Zuwachs auf 6,7 Mrd Menschen erwartet. Der Anteil der Stadtbevölkerung an der gesamten Weltbevölkerung läge dann bei rund 68 %. Anfang des 20. Jahrhunderts belief er sich erst auf 13 %, 1950 auf 30 %. Das Jahr 2009 markiert den historischen Wendepunkt, von dem an mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten lebt.

Das künftige Städtewachstum konzentriert sich auf die weniger entwickelten Regionen der Erde. Für sie wird 2018-2050 eine Zunahme von 3,2 auf 5,6 Mrd Stadtbewohner angenommen, während die Städte der entwickelten Regionen nur von knapp 1,0 auf 1,1 Mrd Einwohner zunehmen. Am stärksten ist die Dynamik der Verstädterung auf dem afrikanischen Kontinent und in Asien. So wächst die Stadtbevölkerung in Afrika bis 2050 um fast das Doppelte (auf 1,5 Mrd), in Asien um mehr als die Hälfte (auf 3,5 Mrd). Auch dann bleibt der Urbanisierungsgrad dieser beiden Erdteile (mit 59 bzw. 66 %) noch hinter dem der übrigen Weltregionen zurück: In Europa und Amerika werden 2050 voraussichtlich 84-89 % der Bevölkerung in Städten leben.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2018
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