Rüstungskontrolle und nukleare Abrüstung

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Rüstungskontrolle und nukleare Abrüstung

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Rüstungskontrolle und nukleare Abrüstung

Mit den Atombomben über Hiroshima und Nagasaki im August 1945 trat die Welt in das Zeitalter der nuklearen Rüstung ein. Seitdem lastet die Gefahr der atomaren Vernichtung auf der Menschheit. Die USA versuchten schon früh, die von dieser Waffe ausgehende Bedrohung einzudämmen (Baruch-Plan, 1946). Ihr Vorschlag scheiterte jedoch im beginnenden Kalten Krieg. Seit 1949 verfügte auch die Sowjetunion über die Atombombe. In der Folge bauten die beiden Großmächte ein gewaltiges atomares Potenzial auf. Ergebnis ihres Rüstungswettlaufs war ein Gleichgewicht des Schreckens, das auf der Fähigkeit beruhte, jeden atomaren Angriff mit der Vernichtung des Gegners zu bestrafen. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges umfassten die Arsenale der Atommächte mehr als 70000 Nuklearwaffen.

Um die davon ausgehenden Gefahren einzugrenzen, traten die USA und die UdSSR 1969 in Rüstungskontrollverhandlungen ein. Ziel der Rüstungskontrollpolitik war es, das militärische Kräfteverhältnis zu stabilisieren und die weitere Zunahme strategischer Angriffswaffen (mit einer Reichweite von mehr als 5000 km) zu stoppen. Als erstes Ergebnis der Verhandlungen wurde 1972 das SALT-I-Abkommen unterzeichnet. Allerdings überholte die technische Entwicklung (Bestückung der Trägerwaffen mit Mehrfachsprengköpfen) die erreichten Fortschritte schon bald wieder. Der Rüstungskontrolldialog bot aber ein ständiges Forum für den Austausch der Sicherheitsvorstellungen beider Seiten und trug dadurch zur Eindämmung des Kriegsrisikos bei.

Im Juni 1979 unterzeichneten die USA und die UdSSR das SALT-II-Abkommen, das die Zahl der Trägersysteme auf je 2250 begrenzte, jedoch nicht mehr ratifiziert wurde, da sich die Fronten nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan wieder verhärteten. 1987 verständigten sich beide Staaten auf ein Abkommen über den Abzug ihrer atomaren Mittelstreckenwaffen aus Europa, das mit seinen Kontrollmechanismen ein wegweisendes neues Element enthielt, und auch die Gespräche über die strategischen Waffen kamen wieder in Gang. Nach dem politischen Umbruch im Osten Europas (1989/90) rückte die Kontrolle und erstmals auch die Reduzierung der riesigen Atomwaffenarsenale in den Vordergrund. Der START-II-Vertrag (1993) sah den Abbau der strategischen Waffen auf ein Drittel des Standes von 1990 vor und untersagte die Modernisierung der Waffensysteme. Eine weitere Reduzierung erfolgte durch den SORT-Vertrag von 2002. Im April 2010 unterzeichneten die USA und Russland einen Nachfolgevertrag, der die strategische Rüstung beider Staaten binnen sieben Jahren auf je 1550 Gefechtsköpfe bzw. 800 Trägersysteme beschränken soll.

Ausgabe: 05/2010
Reihe: 53
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