Entwicklungshilfe der Industrieländer

Entwicklungshilfe der Industrieländer
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Infografik Nr. 625307

Die reichen Länder sollten 0,7 % ihrer Wirtschaftsleistung in die Entwicklungshilfe stecken. Das forderte die UN-Generalversammlung schon vor mehr als fünfzig Jahren. Nach wie vor erfüllen aber nur wenige Länder diese Zielvorgabe. Und durch Mittelkürzungen der USA unter Trump hat die Entwicklungshilfe insgesamt einen schweren Rückschlag erlitten.

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Schon im Jahr 1970 proklamierte die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Ziel, die öffentlichen Entwicklungshilfeleistung der wirtschaftlich entwickelten Länder auf 0,7 % ihres Bruttoinlandsprodukts anzuheben. Dieses Ziel – seit 1993 bezieht es sich auf das Bruttonationaleinkommen der Geberländer – wurde seitdem auf internationaler Ebene mehrfach bestätigt, aber noch nie erreicht. Die EU gab zuletzt auf der UN-Konferenz von Addis Abeba 2015 die Zusicherung ab, ihre Entwicklungshilfeleistungen auf 0,7 % des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen.

2025 stellten die im Entwicklungshilfeausschuss der OECD (Development Assistance Committee – DAC) vertretenen 33 Staaten und die EU nach vorläufigen Berechnungen rund 174,3 Mrd US-Dollar als öffentliche Entwicklungshilfe zur Verfügung. Das bedeutete den stärksten jemals erfolgten Rückgang der Entwicklungshilfeleistungen: In konstanten Preisen von 2024 gemessen, schrumpften sie um 23 % gegenüber dem Vorjahr, nachdem sie 2024 schon um 6 % gesunken waren. Ausschlaggebend dafür war die drastische Kürzung der Entwicklungshilfe durch die USA nach Beginn der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump. Zum ersten Mal rückte dadurch die Bundesrepublik Deutschland (mit 29,1 Mrd US-$) an die Spitze der Geberländer, obwohl sie den Rekordbetrag von 2023 (36,7 Mrd $) weit damit verfehlte. Es folgten die USA mit 29,0 Mrd $ vor Großbritannien (17,2 Mrd $), Japan (16,2 Mrd $) und Frankreich (14,5 Mrd $). Im Durchschnitt machte die Entwicklungshilfe damit 0,26 % des Bruttonationaleinkommens der DAC-Mitglieder aus – nach 0,37 % im Jahr 2023.

Nur vier DAC-Länder – Norwegen, Luxemburg, Schweden und Dänemark – erfüllten oder übertrafen die UN-Zielvorgabe. Die USA stellten 2025 lediglich 0,09 % ihres BNE für die Entwicklungshilfe zur Verfügung. Die im DAC vertretenen Mitglieder und Institutionen der EU brachten zusammen 86,5 Mrd $ auf.

Als öffentliche Entwicklungshilfe gelten laut DAC-Definition staatliche Leistungen, die zu Vorzugsbedingungen gewährt werden (wie zinsverbilligte Kredite, nicht rückzahlbare Zuschüsse, technische Hilfsmaßnahmen) und den Entwicklungsländern direkt oder durch multilaterale Institutionen bereitgestellt werden. Seit einer Umstellung im Jahr 2018 werden Zuschüsse in voller Höhe, Darlehen, Schuldenerleichterungen usw. in Höhe ihres Zuschussanteils als Entwicklungshilfe angerechnet. Die Mittel müssen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung dienen. Maßnahmen ohne entwicklungspolitische Zielsetzung, z.B. militärische Unterstützung, gelten nicht als Entwicklungshilfe. 

Ausgabe: 05/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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