Jugendarbeitslosigkeit - ein Weltproblem

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Infografik Nr. 631572

Jugendarbeitslosigkeit – ein Weltproblem

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Jugendarbeitslosigkeit – ein Weltproblem

Für junge Menschen ist es oft schwer, einen Einstieg in die Arbeitswelt zu finden und ihre Vorstellungen von einem selbstbestimmten, tätigen Leben zu verwirklichen. Das gilt zumal in Zeiten allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheit. Nach einem Bericht der Internationalen Arbeits-Organisation (ILO) stieg die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in der Welt vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 auf über 75 Millionen. Nach einer kurzen Erholung bis 2011 ist die Tendenz wieder steigend. Die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen liegt auch 2013 mit geschätzten 12,6% weit höher als die der Erwachsenen (4,6%). Diese Zahlen zeigen aber noch nicht die ganze Problematik. Denn parallel zum erneuten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ging die schon seit Jahren sinkende Erwerbsbeteiligung der jungen Männer und Frauen noch einmal deutlich zurück. So schrumpfte das Arbeitskräftepotenzial 2012 weltweit auf knapp 49% der betreffenden Jahrgänge. Dieser Rückgang ist zum Teil auf verlängerte Bildungszeiten zurückführen; zum anderen Teil spiegelt er aber die Resignation vieler Jugendlicher, die vor der aussichtslosen Lage auf dem Arbeitsmarkt kapituliert und die aktive Suche nach Arbeit aufgegeben haben.

Dabei stellt sich die Beschäftigungssituation in den einzelnen Weltregionen durchaus unterschiedlich dar. In den entwickelten Ländern stieg die Quote der Jugendarbeitslosigkeit infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise und der europäischen Schuldenkrise rasch und deutlich an – von 12,5% (2007) auf 18,1% (2012). Besonders betroffen waren die südeuropäischen Krisenländer. So war in Griechenland und Spanien 2012 über die Hälfte der Jugendlichen arbeitslos. Die Auswirkungen in der übrigen Welt sind eher indirekt zu spüren. Dort müssen sich Jugendliche noch mehr als sonst als unbezahlte Familienarbeitskräfte oder in schlecht entlohnten Gelegenheitsjobs durchschlagen.

In einigen Regionen der Dritten Welt – wie in Südasien oder in Afrika südlich der Sahara – ist der demographische Druck zu groß und die wirtschaftliche Entwicklung zu schwach, als dass die nachwachsenden Jahrgänge eine Chance auf auskömmliche, reguläre Arbeit hätten. Auch diese Bedingungen schlagen sich kaum in höherer Arbeitslosigkeit nieder; für die Jugendlichen verschärft sich vielmehr der Zwang, auch mit einfachster, wenig produktiver Arbeit ums Überleben zu kämpfen. Die Situation im Nahen Osten und in Nordafrika ist dagegen durch niedrige Beschäftigungsraten und hohe Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. 2012 gingen dort weniger als 40% der jungen Männer und sogar nur rund 10% der jungen Frauen einer Beschäftigung nach. Damit wächst in diesen Regionen die soziale Unrast der um ihre Chancen betrogenen jungen Generation.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 05/2013
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