Extreme Armut in der Welt

Extreme Armut in der Welt
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Infografik Nr. 632147

Im Kampf gegen extreme Armut wurden in den letzten 30 Jahren große Fortschritte erzielt. 2019 lebten weltweit aber immer noch rund 650 Millionen Menschen von weniger als 2,15 Dollar am Tag. Und diese Zahl stieg während der Corona-Pandemie sogar noch an. Welche Weltregionen sind am stärksten betroffen? Und was ist für den Rest des Jahrzehnts zu erwarten?

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Die weltweit verbreitete Armut zu bekämpfen, ist Kernaufgabe aller Entwicklungspolitik. Das... mehr
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Die weltweit verbreitete Armut zu bekämpfen, ist Kernaufgabe aller Entwicklungspolitik. Das kam schon in den UN-Entwicklungszielen für den Zeitraum von 1990 bis 2015 zum Ausdruck. Am Ende dieser Periode, so das Ziel Nr. 1, sollte in den Entwicklungsländern der Anteil der Menschen in extremer Armut auf die Hälfte gesenkt werden. Die für die Anschlussperiode formulierten UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung wollen die extreme Armut in der Welt bis 2030 vollständig beseitigen. Eine 2022 veröffentlichte Weltbank-Studie hält es aber für unwahrscheinlich, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Durch die Corona-Pandemie gab es 2020 – erstmals seit 1990 – einen massiven Rückschlag bei der Armutsbekämpfung und der Krieg gegen die Ukraine mit seinen Auswirkungen auf die Energie- und Lebensmittelpreise hat die Lage der Armen zusätzlich verschlimmert.

Daten, die 2017 im Rahmen eines globalen Kaufkraftvergleichs gewonnen wurden, veranlassten die Weltbank, die Armutsgrenzen 2022 neu festzulegen. Extreme Armut bedeutet nach der neuen Definition, dass pro Kopf eine Kaufkraft von weniger als 2,15 US-Dollar zur Verfügung steht (gerechnet zu Preisen von 2017). Dieser Schwellenwert ist nicht aus der Luft gegriffen: Er entspricht dem Mittelwert der nationalen Armutsgrenzen in 28 der ärmsten Länder in der Welt.

Berechnungen auf Grundlage des neuen Grenzwerts ergaben für das Jahr 2019 eine Gesamtzahl von 648 Mio Menschen in extremer Armut; das entsprach 8,4 % der Weltbevölkerung. Im Rückblick auf das Jahr 1990 wurde bereits ein weiter Weg zurückgelegt: damals waren noch fast 38 % der Weltbevölkerung von existenzieller Not betroffen. Aber die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung waren regional sehr ungleich verteilt. Während die extreme Armut in Ostasien, wo sie 1990 noch 68 % der Bevölkerung betraf, fast ganz zum Verschwinden gebracht wurde, waren in den Ländern südlich der Sahara 2019 immer noch 35,1% der Bevölkerung (389 Mio Menschen) als extrem arm einzustufen. In Südasien sank die Quote extremer Armut 2019 auf 8,5 %. Dagegen hat sich die Lage im Nahen Osten und in Nordafrika in jüngster Zeit verschlechtert: Die Zahl der extrem Armen stieg dort 2019 auf 33 Mio, ihr Anteil an der Bevölkerung der Region auf 7,5 %. Hauptursache dafür waren die Kriege in Syrien und im Jemen.

Für das Corona-Jahr 2020 kommt eine Weltbank-Vorausschätzung zu dem Ergebnis, dass die globale Armutsquote auf 9,3 % stieg und die Zahl der Menschen in extremer Armut auf 719 Mio. Ohne einen radikalen Umschwung leben 2030 voraussichtlich immer noch 574 Mio Menschen (6,8 %) in extremer Armut.

Ausgabe: 11/2022
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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