Etappen der Europäischen Einigung

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Etappen der europäischen Einigung

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Etappen der europäischen Einigung

Am 25. März 1957 wurden in Rom die Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) unterzeichnet. Die an dem Vertragswerk beteiligten Länder (Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande) waren schon seit 1952 in der Montanunion zusammengeschlossen. Sie hatten sich 1955 darauf verständigt, den Aufbau Europas zunächst auf wirtschaftlichem Weg fortzusetzen. Mit dem Ziel, die Wirtschaftsleistung der beteiligten Staaten zu steigern und die zwischenstaatlichen Beziehungen zu vertiefen, sah der EWG-Vertrag die Errichtung eines Gemeinsamen Marktes und die allmähliche Angleichung der Wirtschaftspolitik in der Gemeinschaft vor. Neben einer Zollunion mit freiem Warenverkehr im Inneren und einheitlichen Zolltarifen nach außen standen eine gemeinsame Agrarpolitik und die Liberalisierung des Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs auf dem Programm (letztere wurde aber erst mit dem Übergang zum Binnenmarkt 1993 verwirklicht). Dazu mussten die Mitgliedstaaten einen Teil ihrer Souveränitätsrechte an die Gemeinschaft abgeben.

Die wirtschaftliche Dynamik der Gemeinschaft übte eine starke Anziehung auf andere Staaten aus. So erweiterte sich die anfängliche Sechsergruppe 1973 um Dänemark, Großbritannien, Irland, 1981 um Griechenland, 1986 um Spanien und Portugal und 1995 um Österreich, Finnland und Schweden. 1990 wurde auch Ostdeutschland unter das gemeinsame Dach aufgenommen. 2004/07 erhielt die Gemeinschaft weiteren Zuwachs durch zwölf Staaten aus Ost- und Südeuropa; 2013 folgte Kroatien als 28. Mitglied.

Wenn die wirtschaftliche Zusammenarbeit auch stets den Kern der europäischen Einigung ausmachte, blieb die Entwicklung doch nicht dabei stehen. So griff die Gemeinschaft mit dem Vertrag von Maastricht das ehrgeizige Ziel einer umfassenderen, politisch vertieften Europäischen Union auf. Der Vertrag eröffnete den Weg zu einer Wirtschafts- und Währungsunion, einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik und einer engeren Zusammenarbeit in der Rechts- und Innenpolitik. Weitere Reformen traten 1999 mit dem Vertrag von Amsterdam in Kraft. Zur Vorbereitung auf die EU-Osterweiterung leitete der Vertrag von Nizza die dringend gebotene Refom der EU-Institutionen ein. Die grundlegende Erneuerung des Vertragswerks durch eine EU-Verfassung scheiterte aber 2005. An ihrer Stelle trat Ende 2009 der Vertrag von Lissabon in Kraft, der die wesentlichen Fortschritte des Verfassungsvertrags aufnahm, um damit die Handlungsfähigkeit der EU zu verbessern und ihre demokratischen Grundlagen zu stärken.

Reihe: 53
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Ausgabe: 04/2014
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