Jugend ohne Arbeit

Jugend ohne Arbeit
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Infografik Nr. 726301

Finanzkrise und Euro-Schuldenkrise hinterließen tiefe Spuren in Wirtschaft und Gesellschaft der EU-Mitgliedstaaten. Leidtragende waren nicht zuletzt die jungen Leute auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Seit ihrem Höhepunkt im Jahr 2013 ist die Jugenderwerbslosigkeit in den meisten EU-Ländern deutlich gesunken. Aber nicht überall. Vergleichen Sie selbst!

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Die große Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 -2010 und die nachfolgende Euro-Schuldenkrise hinterließen tiefe Spuren in Wirtschaft und Gesellschaft der betroffenen EU-Länder. Zu den Leidtragenden gehörten vor allem junge Leute auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. In fast allen EU-Mitgliedstaaten stieg die Jugendarbeitslosigkeit im Verlauf der Krise deutlich an. Die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen und Jungerwachsenen (im Alter von 15 bis 24 Jahren) nahm zwischen 2007 und 2013 um fast ein Drittel auf 4,8 Mio zu. (Als erwerbslos gilt, wer in der Woche vor der Befragung nicht erwerbstätig war, aber innerhalb der letzten Monate aktiv nach Arbeit suchte. Diese Zählweise unterscheidet sich vom Konzept der registrierten Arbeitslosigkeit, wie es in Deutschland die Bundesagentur für Arbeit verwendet.) Besonders stark stieg die Zahl der Jugendlichen ohne Arbeit in den Euro-Schuldnerstaaten Süd- und Westeuropas – Spanien, Griechenland, Irland, Portugal, Italien.

Nach der Überwindung der Schuldenkrise befand sich die EU als Ganze ab 2013 wirtschaftlich im Aufwind und auch die Situation der meisten Schuldnerstaaten verbesserte sich, so dass die Jugendarbeitslosigkeit bis 2019 spürbar abnahm, ehe sie in der Corona-Krise vorübergehend wieder anstieg. Neben der wirtschaftlichen Erholung trug dazu bei, dass mehr junge Leute in weiterführenden Bildungseinrichtungen und Hochschulen unterkamen. Eine positive Rolle spielte darüber hinaus die Unterstützung durch die EU, die ab 2014 rund 25 Mrd € zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zur Verfügung stellte. In einer Jugendgarantie hatten sich die EU-Länder 2013 verpflichtet, jungen Menschen innerhalb von vier Monaten nach Beginn der Arbeitslosigkeit oder dem Ende ihrer Ausbildung ein Angebot für eine Beschäftigung, einen Ausbildungsplatz, eine Weiterbildung oder ein Praktikum zu machen. Diese Garantie wurde 2020 erneuert und verstärkt.

Will man die soziale Lage der jungen Leute in der EU verstehen, ist der Anteil der Erwerbslosen an der gesamten gleichaltrigen Bevölkerung ein geeigneter Maßstab. Die 4,8 Mio Jugendlichen, die in der EU 2013 erwerbslos waren, entsprachen 10,0 % der gesamten Altersgruppe. 2025 waren es demgegenüber knapp 3,0 Mio beziehungsweise 6,2 % der gleichaltrigen Bevölkerung. Deutliche Rückgänge verzeichneten in diesem Zeitraum vor allem Spanien, Griechenland und die übrigen Schuldnerstaaten, während die Erwerbslosenrate der 15- bis 24-Jährigen in den nordeuropäischen EU-Mitgliedstaaten 2025 sogar noch leicht über den Stand von 2013 hinausging. 

Ausgabe: 07/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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