Der Zerfall der Sowjetunion

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Infografik Nr. 843115

Der Zerfall der Sowjetunion

Erste Zerfallserscheinungen des sowjetischen Großreiches zeigten sich bereits seit dem Ende der 1970er Jahre in Form einer schweren ökonomischen Krise

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Der Zerfall der Sowjetunion

Erste Zerfallserscheinungen des sowjetischen Großreiches zeigten sich bereits seit dem Ende der 1970er Jahre in Form einer schweren ökonomischen Krise. Die Ineffizienz der Planwirtschaft offenbarte sich zunehmend in niedriger Produktivität, Versorgungsengpässen und einem insgesamt sinkenden Lebensstandard. Vor diesem Hintergrund verkündete Michail Gorbatschow, seit 1985 Generalsekretär der KPdSU, seinen Plan einer grundlegenden wirtschaftlichen und politischen Neuausrichtung. Die unter den Schlagworten Perestroika (Umbau) und Glasnost (Offenheit) eingeleiteten Reformen führten jedoch letztlich zum Zusammenbruch des Systems. Welche Folgen eine Lockerung der repressiven Politik nach sich ziehen konnte, zeigte sich bereits im äußeren Herrschaftsbereich der Sowjetunion: So beendete Gorbatschows Absage an die Breschnew-Doktrin, nach der Moskau sich ein militärisches Eingreifen in den sozialistischen „Bruderstaaten“ vorbehalten hatte, die sowjetische Hegemonie in Osteuropa. Die dortigen Parteidiktaturen wurden in den Revolutionen des Jahres 1989 hinweggefegt. Im Inneren untergrub die politische Öffnung nicht nur das Machtmonopol der KPdSU, sondern setzte auch jene zentrifugalen Kräfte unter den Nationalitäten des Vielvölkerstaates frei, die schließlich das Ende der Sowjetunion besiegelten.

Der Auflösungsprozess begann mit Souveränitätserklärungen der Sowjetrepubliken (ab Ende 1988), in denen diese das Staatseigentum auf ihrem Territorium für sich reklamierten und den Vorrang der Republikgesetzgebung feststellten. Im Sommer 1990 lockerte auch die Russische Sowjetrepublik (RSFSR) ihre Verbindung zur sowjetischen Föderation, indem sie ihre Souveränität innerhalb der UdSSR erklärte. Einen Schritt weiter ging Litauen, das im März 1990 seine staatliche Unabhängigkeit proklamierte. Der Versuch der Moskauer Zentralmacht, die Abspaltung gewaltsam zu verhindern, blieb erfolglos. Gorbatschow, seit 1990 Präsident der Sowjetunion, versuchte nun, den Zerfallsprozess durch eine Neuauflage des Unionsvertrags zu stoppen. Doch dazu kam es nicht mehr. Der gescheiterte Putsch konservativer Kräfte gegen Gorbatschow im August 1991 leitete die letzte Phase ein: Während Boris Jelzin, direkt gewählter Präsident der RSFSR, durch seinen Widerstand gegen den Putsch an Reputation gewann, war das Vertrauen in Gorbatschows Reformprojekt nun endgültig erloschen. In der Folge riefen auch die übrigen Sowjetrepubliken ihre Unabhängigkeit aus. Im Dezember 1991 beschlossen die Präsidenten Russlands, Weißrusslands und der Ukraine schließlich die Auflösung der Sowjetunion und die Gründung eines losen Staatenverbundes, der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), als Ersatz für die zerbrochene Ordnung. Der Staat, den Gorbatschow hatte reformieren wollen, hörte am 31.12.1991 auf zu existieren.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 05/2014
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