Flexible Arbeitszeiten

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Infografik Nr. 240058

Die klassische Normalarbeitszeit – eine Vollzeit-Arbeitswoche von montags bis freitags mit festen Arbeitszeiten – ist in Deutschland zwar nach wie vor die dominierende Form, wird aber bei neu begründeten Arbeitsverhältnissen immer seltener vereinbart. Stattdessen lässt sich ein Trend zur Flexibilisierung der Arbeitszeit beobachten.

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Die klassische Normalarbeitszeit – eine Vollzeit-Arbeitswoche von montags bis freitags mit festen Arbeitszeiten – ist in Deutschland zwar nach wie vor die dominierende Form, wird aber bei neu begründeten Arbeitsverhältnissen immer seltener vereinbart. Stattdessen lässt sich ein Trend zur Flexibilisierung der Arbeitszeit beobachten. Triebkräfte dieser Entwicklung sind zum einen die veränderten Anforderungen seitens der Unternehmen: Im Kontext einer immer stärkeren globalen Verflechtung ruht die Wirtschaft praktisch nie, in manchen Betrieben wird gar eine Bereitschaft „rund um die Uhr“ gefordert. Begünstigt wird dies durch die Digitalisierung, die Kommunikation und Datenaustausch jederzeit und in Echtzeit ermöglicht, vernetzte Arbeitsmöglichkeiten schafft (Home Office, mobile Arbeit usw.) und dadurch räumliche und zeitliche Grenzen aufweicht. Zum anderen wird die Flexibilisierung der Arbeitszeit vorangetrieben durch Wünsche der Arbeitnehmer nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, aber auch nach mehr Mitbestimmung, Eigenverantwortlichkeit und Zeitsouveränität bei der Arbeit.

Beobachtet wird die Entwicklung der Arbeitszeit in Deutschland durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), eine Forschungseinrichtung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Sie führt regelmäßig repräsentative Umfragen unter Erwerbstätigen durch, zuletzt im Jahr 2017. Die Ergebnisse der Erhebung zeigen einerseits einen Anstieg von Teilzeitarbeit. In Teilzeit arbeitet mittlerweile ein knappes Viertel (23 %) aller Beschäftigten –Frauen wesentlich häufiger (41 %) als Männer (6 %).

Kennzeichnend für die Flexibilisierung ist aber vor allem die deutliche Zunahme von Arbeitszeiten in atypischen Lagen, also jenseits einer Arbeitswoche von Montag bis Freitag und jenseits der Kernarbeitszeit von 7 bis 19 Uhr. So arbeiten inzwischen mehr als zwei Fünftel (43%) der Beschäftigten am Wochenende, davon 19% nur an Samstagen und 24% auch an Sonntagen. Versetzte Arbeitszeiten (z.B. sehr früher Arbeitsbeginn oder sehr spätes Arbeitsende) haben 10% der Beschäftigten. Von Schichtarbeit sind 13% betroffen, entweder im Rahmen von Früh- und Spätschichten (5%) oder von Nachtarbeit (8%). Generell kommen atypische Arbeitszeitlagen vor allem im Dienstleistungssektor vor, besonders in Verkaufsberufen, im Pflegedienst sowie im Tourismus-, Hotel- und Gaststättengewerbe. Zu den betroffenen Gruppen gehören außerdem Schutz-, Sicherheits- und Überwachungsberufe sowie Fahrer von Transportfahrzeugen. Bei dieser Entwicklung hin zu eher belastenden Arbeitszeitformen scheinen die betrieblichen Anforderungen die Oberhand über die Flexibilisierungswünsche seitens der Arbeitnehmer zu gewinnen.

Ausgabe: 06/2019
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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