Energieriese USA – vom Importeur zum Exporteur

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Infografik Nr. 856664

Noch vor nicht langer Zeit waren die USA auf Importe angewiesen, um ihren Energiehunger zu stillen. Doch das ist vorbei: Inzwischen sind sie Nettoexporteur von Energie und weitgehend von energiepolitischen Abhängigkeiten befreit. Doch das Modell ist nicht zukunftsweisend.

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Die Vereinigten Staaten sind eine energiehungrige Nation. Mit einem Primärenergieverbrauch pro Kopf von 309 Gigajoule (86 000 kWh, 2021) liegen sie weit über dem globalen Durchschnitt von rund 71 Gigajoule. Der Bedarf vor allem an Erdöl und Erdgas nahm in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg rasant zu, was zu einem steilen Anstieg der Energieimporte führte, unterbrochen nur von der Ölkrise Anfang der 1980er Jahre. 2005 erreichten die Energieeinfuhren ein Rekordhoch und deckten fast ein Drittel des inländischen Verbrauchs. Doch nach der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/09 drosselten die USA ihre Importe und fuhren die heimische Energieproduktion hoch. So wurden sie 2019 zum Nettoexporteur von Energie, ihre Ausfuhren überstiegen also ihre Einfuhren. Dies war zuletzt im Jahr 1952 der Fall.

Treiber dieser Entwicklung war die Ausweitung der inländischen Erdöl- und Erdgasförderung. Die Förderung von Erdöl nahm seit Ende der 2000er Jahre rapide zu. 2018 stiegen die USA erstmals seit 1975 wieder zum weltweit größten Erdölproduzenten auf, und auch 2020 lagen sie mit 15 % der globalen Rohölförderung vor Russland (13 %) und Saudi-Arabien (12 %). Dazu beigetragen hatten kosteneffektivere Bohrtechniken, vor allem in Texas, North Dakota, New Mexico und Colorado, den Bundesstaaten mit den höchsten Förderquoten. Noch importieren die USA aber mehr Erdöl als sie ausführen. Lieferanten sind vor allem Kanada (mit einem Anteil von 61 %), Mexiko (11 %) und Saudi-Arabien (8 %). Anders liegt der Fall inzwischen beim Erdgas. Hier sind die USA seit 2017 Nettoexporteur. Gewonnen wird Erdgas insbesondere in den Bundesstaaten Texas, Pennsylvania und Louisiana. Bei der Erdgasförderung spielt das umstrittene Fracking eine besondere Rolle. Dabei werden Risse tief im Erdreich erzeugt, um im Gestein festsitzendes Schiefergas förderbar zu machen. Einen wachsenden Anteil beim Export stellt inzwischen Flüssiggas, abgekürzt LNG (liquefied natural gas). Es handelt sich dabei um Erdgas, das durch Kühlung auf minus 161 bis 164 Grad in einen flüssigen Aggregatzustand übergeht. In dieser Form lässt es sich per Schiff über die
Ozeane transportieren. Die USA können ihr Flüssiggas so auch in Länder exportieren, die nicht über Pipelines mit ihnen verbunden sind. Hauptabnehmer von amerikanischem Flüssiggas waren 2020 Südkorea, Japan, China, Spanien und Großbritannien.

Der Status eines Selbstversorgers macht die USA energiestrategisch unabhängiger. Allerdings baut das Modell auf fossile Energieträger und ist kaum zukunftsweisend. Im Energiemix dominieren immer noch Erdgas und Erdöl, erneuerbare Energien machten 2020 nur 13 % der Primärenergieversorgung aus.

Ausgabe: 05/2022
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Reihe: 53
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