Bürgerkrieg im Sudan

Bürgerkrieg im Sudan
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Infografik Nr. 880290

Seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1956 wurde der Sudan immer wieder von schweren inneren Unruhen erschüttert. Mit dem Machtkampf zwischen den Befehlshabern der regulären Armee und der paramilitärischen Einsatzkräfte tobt seit April 2023 ein neuer Bürgerkrieg in dem Land. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Kurze Informationen zu einem "übersehenen" Konflikt!

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Seit der Sudan nach britisch-ägyptischer Vorherrschaft seine staatliche Unabhängigkeit erlangte (1956), wurde das Land immer wieder von schweren inneren Konflikten erschüttert. Auf seiner riesigen Fläche waren aus kolonialer Zeit zahlreiche ethnische und religiöse Gruppen mit hunderten von Sprachen zusammengeworfen, die nach der Staatwerdung dem zentralistischen Machtanspruch einer arabisch-islamischen Herrschaftsschicht des Nordens unterlagen. Der über Jahrzehnte anhaltende Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden, der 2011 zur Abspaltung des Südsudans führte, hatte darin seine Ursache. Die Weigerung der Zentralmacht, den einzelnen Regionen mehr Eigenständigkeit und eine Beteiligung an den Ressourcen des Landes (wie Öl und Gold) einzuräumen, stand auch am Anfang des blutigen Konflikts um die Region Darfur ab 2003, der allein 300-400000 Todesopfer forderte.

Nach dem Tod des Diktators Omar al-Baschir, der den Sudan 1989-2019 mit eiserner Hand regierte, stand die weitere Entwicklung des Landes offen. 2021 putschte das Militär. Seitdem scheint der Weg zur Macht nur noch mit Waffengewalt möglich. Gegenspieler im Kampf um politische Dominanz und Ressourcen sind Abdel Fattah al-Burhan an der Spitze der regulären Armee (Sudanese Armed Forces - SAF) und Mohammed Hamdan Dagalo, Befehlshaber der paramilitärischen Schnellen Einsatzkräfte (Rapid Support Forces - RSF), die aus den Dschandschawid, einer arabischen Reitermiliz in Darfur, hervorgingen. Seit im April 2023 in der Hauptstadt Khartum Kämpfe zwischen diesen Fraktionen ausbrachen, stehen sich die Generäle und die ihnen anhängenden Gruppierungen in einem blutigen Bürgerkrieg gegenüber. Die davon ausgehende Gewalt hat laut UN die größte globale Fluchtbewegung ausgelöst. Von den rund 50 Mio Einwohnern suchten rund 4 Mio Schutz in den Nachbarstaaten, 8 Mio wurden als Binnenflüchtlinge aus ihrer angestammten Umgebung vertrieben (Stand Mitte 2025). Schätzungen der Todesopfer schwanken zwischen 20000 und 150000. Die Hälfte der Bevölkerung ist von Hunger bedroht.

In den Konflikt sind mehrere ausländische Akteure involviert. So haben die Vereinigten Arabischen Emirate Interesse an Rohstoffen, Häfen und landwirtschaftlichen Flächen im Sudan. Sie unterstützen die RSF. Ägypten steht dagegen auf Seiten der SAF und beliefert sie mit Waffen. Auch Russland und China haben im Sudan geopolitische Interessen. Obwohl der Bürgerkrieg sich zur weltweit größten humanitären Krise entwickelt hat, steht er angesichts anderer Krisenherde (Ukraine, Gaza) nicht im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit und wird in den Medien bislang weitgehend ignoriert. 

Ausgabe: 08/2025
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Menschen auf der Flucht Menschen auf der Flucht
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Tödliche Flucht Tödliche Flucht
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Der Bürgerkrieg in Syrien Der Bürgerkrieg in Syrien
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