Briefsendungen

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Infografik Nr. 431248

Mit 17,7 Milliarden Briefen erreichte der Postversand in Deutschland 2007 seinen Höhepunkt. Seitdem geht es mit der Briefpost immer schneller abwärts. Briefkunden müssen steigende Portogebühren und sinkende Zustellqualität hinnehmen. Dahinter steht der Siegeszug der elektronischen Kommunikation. Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen die Entwicklung des Briefverkehrs seit 1998!

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Mit der Postreform, die in der Bundesrepublik Deutschland Ende der 1980er Jahre eingeleitet wurde, gingen umfassende Veränderungen bei den Post-Dienstleistungen einher. 1989 wurde in einem ersten Schritt die bis dahin einheitliche Deutsche Bundespost in drei separate Sparten aufgespalten: Postdienst, Postbank und Telekom. Der zweite Schritt erfolgte 1995 mit der Privatisierung der drei Teilbereiche und ihrer Umwandlung in Aktiengesellschaften: Deutsche Post AG, Postbank AG, Telekom AG. Für die verbliebenen hoheitlichen Aufgaben blieb zunächst das Bundespostministerium zuständig, das jedoch 1998 aufgelöst wurde. Die seit der Gründung der Deutschen Reichspost im Jahr 1871 bestehende staatliche Verwaltung des deutschen Postwesens fand damit ihr Ende.  

Die Deutsche Post wurde im Jahr 2000 an die Börse gebracht. Im Briefgeschäft behielt sie noch bis 2005/2007 ein Monopol für die Beförderung von Briefsendungen mit einem Gewicht von bis zu 100 g bzw. bis zu 50 g. Seit 2008 stand sie in unbeschränktem Wettbewerb mit anderen Postdienstleistern. Dem Bund ist die Aufgabe vorbehalten, den Postsektor per Gesetz zu regulieren. Dadurch soll eine flächendeckende Grundversorgung zu erschwinglichen Preisen – der sogenannte Universaldienst – gesichert werden. Zugleich geht es um die Sicherstellung eines funktionsfähigen Wettbewerbs, auch in ländlichen Regionen, und um die Wahrung der Kundeninteressen (§ 2 Postgesetz). Die Aufsicht über den Postmarkt ist der Bundesnetzagentur übertragen. Diese führt auch das Verzeichnis der zugelassenen Postdienstleister und überprüft, ob die Qualitätsvorgaben des Postgesetzes (u.a. zur Laufzeit der Postsendungen) eingehalten werden.

Die Entwicklung der Briefpost lässt sich anhand statistischer Daten der Bundesnetzagentur seit 1998 nachverfolgen. In diesem Jahr wurden 15,0 Mrd Briefsendungen aufgegeben. Es folgte ein Anstieg auf den Rekordwert von 17,7 Mrd Briefen im Jahr 2007, danach aber ein Einbruch in der Wirtschaftskrise des Jahres 2009. Mit Werbebriefaktionen konnte die Abwärtsbewegung noch einmal aufgefangen werden. Seit 2011 ging die Zahl der Briefsendungen jedoch kontinuierlich zurück. 2025 wurden noch 9,4 Mrd Briefe befördert (davon 8,2 Mrd durch die Deutsche Post und 1,2 Mrd durch Konkurrenzunternehmen wie PIN, Südmail, Citipost). Gegenüber 2007 bedeutete das einen Rückgang um 47 %. Ursachen dafür: die ständige Zunahme der elektronischen Kommunikation und die Freigabe des digitalen Rechnungsversands im Jahr 2011. 

Ausgabe: 09/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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