Allein zu Haus: Alleinlebende in Deutschland

Allein zu Haus: Alleinlebende in Deutschland
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Infografik Nr. 042552

Die Zahl der Single-Haushalte hat in der Bundesrepublik seit 1991 stark zugenommen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch zwischen den Altersgruppen. Das ZAHLENBILD macht diese Unterschiede deutlich und erläutert die Hintergründe.

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In der bunten Vielfalt der Lebensformen, in denen sich die deutsche Gesellschaft einrichtet, nimmt das Alleinleben einen immer breiteren Raum ein. Alleinlebende sind nach der Begriffsbestimmung des Statistischen Bundesamts all jene Personen, die allein in einem Einpersonenhaushalt wohnen, unabhängig davon, ob sie ledig, verheiratet, geschieden oder verwitwet sind. Nach dieser Definition gab es in Deutschland 2021 rund 16,5 Millionen Alleinlebende im Alter ab 20 Jahren. Das entsprach einem Viertel (25 %) der Gesamtbevölkerung dieses Alters. Im Vergleich zu 1991, dem Jahr nach der deutschen Einigung, lag die Zahl der Alleinlebenden 2021 um 4,8 Millionen höher. Besonders ausgeprägt war der Unterschied bei den Männern (+ 3,5 Mio), weniger stark bei den Frauen (+ 1,2 Mio).

Diese Entwicklung ist besser zu verstehen, wenn man sich klar macht, welche unterschiedlichen biografischen Situationen hinter dem Alleinleben einer Person stehen können. Alleinlebende sind zum Beispiel: jüngere Menschen, die nach dem Auszug aus dem Elternhaus zunächst für sich bleiben; Personen, die zwar eine feste Beziehung unterhalten, aber getrennte Haushalte führen; Männer und Frauen meist mittleren Alters, die nach einer Trennung oder Scheidung allein wohnen; und schließlich verwitwete ältere Menschen. In verschiedenen Lebensphasen sind also Formen des Alleinlebens zu beobachten, die auf ganz unterschiedlichen Motiven und Ursachen beruhen. Ob sich hinter dem Alleinleben eine bewusste Entscheidung für einen ungebundenen Lebensstil oder eine von den Umständen erzwungene Vereinsamung verbirgt, ist aus den nüchternen Zahlen der Statistik nicht zu erkennen.

Die starke Zunahme der Alleinlebenden in der jüngeren Altersgruppe (20- bis 34-Jährige) erklärt sich, bei den Männern mehr noch als bei den Frauen, zu einem guten Teil aus der Verlängerung der Ausbildung und der Berufsfindung und dem damit einhergehenden Aufschub der Familiengründung. Von den Männern dieses Alters lebte 2021 fast jeder dritte (30 %) allein. In der mittleren Altersgruppe (35- bis 64-Jährige) hat sich der Anteil der alleinlebenden Männer zwischen 1991 und 2021 sogar verdoppelt (auf 22 %). Mögliche Gründe dafür: Zum einen bleiben Männer heute häufiger und länger ledig; zum anderen gehen sie in dieser Altersgruppe öfter als Single aus gescheiterten Beziehungen hervor, während Frauen mit den Kindern zusammenbleiben. In der Altersgruppe ab 65 Jahren lebten von den Frauen 2021 rund 44 % allein. Dieser hohe Anteil ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass Frauen ihre meist älteren Partner oft um viele
Jahre überleben. 1991 war er mit 55 % sogar noch deutlich höher.

Ausgabe: 06/2022
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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