Die Haushalte von morgen

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Infografik Nr. 042570

Für die politische und wirtschaftliche Zukunftsplanung ist es wichtig zu wissen, wie sich Anzahl und Zusammensetzung der privaten Haushalte im Lauf der nächsten Generation entwickeln. Denn d ...

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Für die politische und wirtschaftliche Zukunftsplanung ist es wichtig zu wissen, wie sich Anzahl und Zusammensetzung der privaten Haushalte im Lauf der nächsten Generation entwickeln. Denn die Nachfrage nach bestimmten Gütern (z.B. Wohnungen, Autos oder kommunalen Diensten) und der Bedarf an sozialen Transferleistungen geht oft weniger von einzelnen Personen als von den Haushalten aus.

Die zahlenmäßige Entwicklung der Haushalte wird in erster Linie durch demographische Faktoren bestimmt, insbesondere durch die Zunahme der Lebenserwartung, die Geburtenhäufigkeit und die Zu- oder Abwanderung. Sie hängt vom Verhalten der Menschen ab, vor allem von ihrer Bereitschaft zusammenzuleben und Familien zu gründen. Und sie hat nicht zuletzt einen wirtschaftlichen Hintergrund: Die Einrichtung eines selbstständigen Haushalts setzt ein gewisses Maß an finanzieller Unabhängigkeit und ein bedarfsgerechtes Wohnungsangebot voraus.

Die Zahl der Haushalte steigt in Deutschland schon seit Jahrzehnten an. 1950 gab es in West- und Ostdeutschland zusammen 21,6 Mio Haushalte, die im Durchschnitt aus 3 Personen bestanden. Im Einigungsjahr 1990 waren es 34,8 Mio Haushalte mit durchschnittlich 2,3 Personen. Bis 2015 ging die mittlere Haushaltgröße auf rund 2 Personen zurück, die Zahl der Haushalte erhöhte sich dagegen auf 40,8 Mio. Zur künftigen Entwicklung der Haushalte (bis zum Jahr 2035) legt das Statistische Bundesamt nunmehr eine neue Vorausberechnung vor. Sie lässt erwarten, dass sich der Trend zum kleineren Haushalt in den nächsten zwanzig Jahren fortsetzt: Mit weiter steigender Lebenserwartung wird es mehr Ein- und Zweipersonenhaushalte älterer Menschen geben. Und auch die jüngeren und mittleren Jahrgänge leben voraussichtlich immer häufiger in Kleinhaushalten, da weiterhin wenig Kinder geboren werden, die berufliche Mobilität groß ist und Partnerschaften mit getrenntem Haushalt zunehmen.

Folgt man dem erkennbaren Trend, nimmt die Zahl der Privathaushalte bis 2035 weiter zu. Mit 43,2 Mio ist sie dann um fast 2,4 Mio höher als 2015. Dieser Zuwachs resultiert allein aus der Zunahme der Ein- und Zweipersonenhaushalte, während die größeren Haushalte an Boden verlieren. Die durchschnittliche Haushaltsgröße schrumpft auf 1,9 Personen. Bestanden 2015 noch 41,4 % der Haushalte aus einer alleinlebenden Person, so sind es 2035 schon 44,0 %. Der Anteil der Zweipersonenhaushalte steigt im gleichen Zeitraum von 34,2 % auf 35,7 %. Zusammen entfallen dann also acht von zehn Haushalten auf jüngere Singles, Paare ohne Kinder, Alleinerziehende mit einem Kind oder aber ältere alleinstehende Menschen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2017
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